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Frankreich will Funklöcher stopfen

10.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit staatlicher Unterstützung werden die Franzosen Handys und Highspeed-Internet-Zugänge bald landesweit nutzen können. Wie ein Sprecher des Premierministers Lionel Jospin am Wochenende bekannt gab, soll das Mobilfunknetz innerhalb der nächsten drei Jahre das gesamte Land umfassen. Außerdem existieren Pläne, ganz Frankreich bis spätestens in fünf Jahren mit breitbändiger Web-Anbindung auszustatten.

Zur Finanzierung des auf 1,4 Milliarden Francs (214 Millionen Euro) angesetzten Mobilfunkprojekts wollen die Regierung in Paris sowie die Kommunen jeweils rund 500 Millionen Francs (76 Millionen Euro) in Form von günstigen Krediten bereitstellen, während sich TK-Unternehmen mit zirka 400 Millionen Francs (60 Millionen Euro) beteiligen sollen.

Nach Meldung des Regierungsbüros haben die drei Mobilfunkanbieter Orange, SFR, Tochterunternehmen von Vivendi Universal, sowie Bouygues Telecom bereits einer Kostenbeteiligung zugestimmt.

Zur Zeit befinden sich rund 8,4 Prozent des französischen Festlands in einem Funkloch. Die dort lebenden 390 000 Bewohner stellen allerdings gegenüber rund 33,12 Millionen Handy-Nutzern (55,1 Prozent der Bevölkerung) eine verschwindend geringe Minderheit dar.

Für das Highspeed-Internet-Projekt will Paris den Kommunen Kredite in Höhe von rund 1,3 Milliarden Francs (200 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Zusätzlich wird eine Verwaltungsbehörde die Möglichkeit untersuchen, das Stromnetz des staatlichen Versorgers Electricite de France als Huckepacksystem für ein optisches Glasfasernetz zu verwenden.

Den Gesamtaufwand für die High-Speed-Anbindung von ganz Frankreich schätzt der Premierminister auf rund 30 Milliarden Francs (4,5 Milliarden Euro), eine Summe, die private Provider aufgrund geringer Gewinnaussichten in bevölkerungsarmen Regionen wohl kaum alleine tragen können (und wollen).