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Framfab holt sich einen neuen CEO

08.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kurze Hosen und Bartstoppeln reichen auch in der New Economy nicht mehr für einen Job als CEO - wenn sich die wirtschaftliche Situation der Firma verschlechtert. Mit Jonas Birgersson musste jetzt der Chef und Gründer des schwedischen Internet-Beratungshauses Framfab seinen Stuhl räumen und einem Manager Platz machen, der nach Ansicht des Aufsichtsrates und vieler Analysten bessere Qualitäten bei der Unternehmensführung mitbringt. Sein Nachfolger Johan Wall ist seit der Übernahme seiner Firma Netsolutions im Jahr 1999 bei Framfab und leitete dort zuletzt das internationale Geschäft.

Der 28-jährige Birgersson bleibt im Unternehmen und darf sich nun Vice Chairman nennen. Gleichzeitig wurde ihm die Hoheit über die Framfab Labs übertragen, die neu gegründet worden sind. Den Schwerpunkt seiner Aufgabe bildet nach Angaben der Firma ab sofort die Entwicklung von Innovationen. In der nächsten Woche will Framfab einen Restrukturierungsplan vorstellen, mit dem das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen kommen will. Ende Oktober meldete Framfab, dass für das Gesamtjahr 2000 mit Verlusten zu rechnen ist (Computerwoche online berichtete).

Die Hauptprobleme für die Zunft der schwedischen Berater liegen derzeit im eigenen Land. Der enge Markt der Konzernkunden ist inzwischen abgegrast, und auch in Skandinavien werden Dotcoms wie in den USA von Pleiten und finanziellen Schwierigkeiten heimgesucht. Bessere Geschäfte verspricht man sich noch in Deutschland, wo Framfab im laufenden Jahr von einem positiven Ergebnis ausgeht.