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Fortschritte auf dem Weg zum Quantencomputer

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine Wissenschaftlergruppe glaubt, mit einem neuen technischen Ansatz leistungsfähigere Quantencomputer bauen zu können. Rechner dieser Art machen sich Gesetze der Quantenmechanik zunutze. Sie rechnen nicht mit Bits, sondern mit Qubits (Quantenbits). Diese können nicht nur die Bitwerte 1 und 0 annehmen, sondern auch beliebige so genannte Superpositionen dieser Zustände, das heißt, gleichzeitig beide oder noch andere Werte besitzen. Außerdem lassen sich die Qubits in wechselseitigen Beziehungen mit einander verknüpfen (Verschränkungen).

Bisher arbeiten Quantencomputer mit Ionen, deren elektromagnetisches Feld die Grundlage der Qubits sind. Doch damit ließen sich bisher nur Quantencomputer mit relativ wenigen Qubits entwickeln. Die Wissenschaftler Bill Munro und Tim Spiller von einem Hewlett-Packard-Forschungszentrum im englischen Bristol und Professor Kae Nemoto vom Nationalen Informatikinstitut in Tokio haben in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "The New Journal of Physics" ein anderes Verfahren zur Erzeugung von Qubits beschrieben. Sie benutzen Laserimpulse, um eine Interaktion von Photonen hervorzurufen, die Quanteninformationen tragen.

Hewlett-Packard investiert 7,5 Millionen Dollar in ein Forschungsprogramm, mit dem am eigenen Entwicklungszentrum im kalifornischen Palo Alto der Prototyp eines Quantencomputers nach dem neuen Verfahren entstehen soll. Nach HP-Angaben fördert die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) des US-Verteidigungsministeriums das Projekt mit bis zu zehn Millionen Dollar. (ls)