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Forscher starten "Dr. Watson" für Open-Source-Software

20.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftler der University of California (Berkeley) und der Stanford-University haben das gemeinsame "Cooperative Bug Isolation Project" gestartet. Im Rahmen der Initiative haben sie modifizierte Versionen quelloffener Anwendungen herausgebracht, die Fehlerinformationen an eine zentrale Website senden, um sie Entwicklern zur Verfügung zu stellen. Zurzeit sind die erweiterten Versionen der E-Mail-Software "Evolution", des Instant-Messaging-Tools "Gaim", der Bildbearbeitung "Gimp" sowie der Gnome-Anwendungen "Gnumeric" (Tabellenkalkulation), "Nautilius" (Dateimanager) und "Rhythmbox (Multimedia) verfügbar.

Wofür Microsoft in Windows einst die Komponente "Dr. Watson" vorsah, übernimmt bei den Open-Source-Anwendungen "Sampler". Die Software steht Entwicklern zur Integration in andere quelloffene Applikationen zur Verfügung. Sampler basiert auf Debugging-Routinen des verbreiteten Programmierwerkzeugs GCC (GNU Compiler Collection) und zeichnet Programmabläufe auf. Den Wissenschaftlern zufolge wird dadurch die Performance der Ursprungsanwendung nur wenig beeinträchtigt. Rückschlüsse auf die Fehlerursache ziehen Entwickler aus dem Vergleich von Programmabläufen ohne Probleme mit solchen, die zu einem Absturz führten.

Es sei nicht abzuschätzen, wie brauchbar die gewonnenen Daten sein werden, sagte Illuminata-Analyst Jonathan Eunice. Grundsätzlich sei es nützlich, Fehlermeldungen zur Verbesserung der Software heranzuziehen. Nun gelte es, genügend Nutzer zu finden, die bereit sind, mit Sampler erweiterte Anwendungen einzusetzen. Die Unterstützung durch Linux-Distributoren wie Red Hat wäre dabei laut Eunice hilfreich. (lex)