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Forrester: Schwellenländer beschleunigen Wachstum im PC-Markt

15.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der weltweit genutzten PCs wird sich laut einer Forrester-Prognose bis 2010 auf rund 1,3 Milliarden Stück verdoppeln. Zu dem Wachstum sollen insbesondere Schwellenländer wie China, Russland und Indien beitragen. So rechnet die Marktforschungsgesellschaft, dass die PC-Verbreitung in den USA, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum bis 2010 nur noch um 150 Millionen Stück zunimmt. Die Anzahl der PC-Nutzer in den so genannten Schwellenländern soll dagegen von lediglich 75 Millionen im vergangenen Jahr auf 566 Millionen anwachsen. Das entspräche einem Zuwachs um 31 Prozent jährlich.

Bei der Erschließung dieser Wachstumsmärkte werden Topanbieter wie Dell und Hewlett-Packard im zunehmenden Maß mit lokalen Herstellern und völlig veränderten Wettbewerbsbedingungen konfrontiert sein - und an ihnen scheitern, schätzt Forrester. "Westliche PC-Anbieter werden diese Märkte langfristig nicht dominieren", erklärt Analyst Simon Yates. An ihre Stelle treten lokale Anbieter wie die Lenovo Group in China und Aquarius in Russland. Sie könnten ihre PCs besser auf die heimischen Märkte ausrichten. Das betreffe nicht nur den Preis, sondern auch Leistung und vorinstallierte Anwendungen, so Forrester. IBM habe diese Entwicklung erkannt, wie der Verkauf der PC-Sparte an Lenovo zeige. Gute Chancen räumen die Marktforscher auch der Verbreitung von Linux ein: Da es in den Schwellenländern kaum Nutzer mit "Windows"-Vergangenheit gebe, könnten lokale Anbieter mit der Vorinstallation des alternativen Betriebssystems die Preise für PCs drücken. (mb)