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Forrester: Das Internet ist tot - lang lebe das X-Internet

18.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher von Forrester Research sind zu der Einsicht gelangt, das Internet, wie wir es heute kennen, sei "dumm, langweilig und isoliert" und damit zum Aussterben verdammt. Die Evolution werde statt dessen eine neue Netz-Generation hervorbringen, das "X-Internet".

Dessen erste Entwicklungsstufe bezeichnen die Auguren als "ausführbares Netz". Sie stellen den Nutzers interaktive Erfahrung in Echtzeit in Aussicht. Möglich machen soll diese "Einweg-Code", der zur einmaligen Verwendung auf einen PC oder Handheld übertragen wird. Solche schnellen Downloads ermöglichten anders als heutige transaktionsorientierte Dienste eine "erw iterte Konversation" mit Web-Services. "Die Surfer von heute sind in einer Nur-Web-Gedankenwelt gefangen", glaubt Forrester-Analyst Carl Howe. "Das ist ein bisschen wie in der Frühzeit des Fernsehens, als das Programm eigentlich nur Radio mit einem Bild des Sprechers bot."

Das ausführbare Netz sei aber nur ein Teil des X-Internet. Ein weiterer Aspekt seien neue vernetzte Geräte und Anwendungen, die die wirkliche Welt "erfühlen, analysieren und steuern". Preiswerte Chips und ein weltweiter Backbone führten dazu, dass künftig praktisch jedes elektrisch betriebene Gerät auch ans Internet angeschlossen sei. Bis zum Jahr 2010 wird deshalb laut Forrester die Zahl der Internet-Geräte von heute 100 Millionen auf 14 Milliarden steigen. "Das Extended Internet wird die Rolle der Technik für die Geschäftswelt neu schreiben", prophezeit Howe.