25 Topmodelle im Vergleich

Fitness-Tracker-Test

23.04.2017
Von Verena  Ottmann

Für den Alltag: Diese Grund ausstattung sollte sein

Damit ein Fitnesstracker sein volles Potenzial ausleben kann, sollten Sie ihn möglichst rund um die Uhr tragen. Denn nur dann kann das Gerät Ihre Aktivitäten zuverlässig erfassen. Im besten Fall lässt sich der Tracker so konfigurieren, dass er Sie ab einer zuvor festlegten Zeit des "Nichtstuns" dazu auffordert, sich jetzt mal wieder zu bewegen. Aber auch andere Funktionen können sich im Alltag bewähren.

Etagenzähler: Wie bereits erwähnt, erfassen nahezu alle Fitnesstracker Ihre gegangenen Schritte, die zurückgelegte Strecke und die dabei verbrannten Kalorien. Kein Standard, aber ebenfalls nützlich, ist der Etagenzähler, der über einen eingebauten Höhenmesser funktioniert: Sobald er einen Höhenunterschied von etwa drei Metern nach oben feststellt, zählt er eine Etage. Allerdings kann die Wetterlage die Messungen beeinflussen, da der Höhenmesser beispielsweise auch heftigen Wind oder Luftdruckwechsel als erklommene Etagen registriert.

Herzfrequenz: Ein Feature, das auf den ersten Blick vielleicht überflüssig erscheint, sich aber auch im Alltag bewährt, ist der Herzfrequenzmesser. Hier kommt derzeit vor allem das optische Messverfahren zum Einsatz, das LEDs und eine Fotozelle an der Unterseite des Trackers verwendet. Durch die Reflexion der LEDs durch das Blut ermittelt der Tracker das Volumen des Blutflusses beziehungsweise den Puls. Der Tracker sollte daher eher eng am Handgelenk anliegen.

Tracker mit Pulssensor teilen die gemessenen Daten in verschiedene Herzfrequenzzonen ein. So unterscheidet Fitbit beispielsweise zwischen Fettverbrennung (Gehen, Pilates, Yoga), Kardio (Laufen, Tanzen, Crosstraining) und Höchstleistung (Intervall- und Ausdauertraining). Polar gibt die Zonen von "sehr leicht" bis "Maximum" an, in Abhängigkeit von der maximalen Herzfrequenz seines Trägers. Diese Einteilung gibt Aufschluss über die Intensität der Aktivität. Vor allem Sportler achten daher beim Training auf die optimale Herzfrequenz, um das Workout möglichst effektiv zu gestalten.

Doch nicht nur für Sportler spielt die Pulsmessung eine Rolle. Auch beim Abnehmen hilft sie, denn der Tracker berücksichtigt die Herzfrequenz seines Trägers beim Berechnen des verfügbaren Kalorienbudgets - was die Daten zuverlässiger macht.

Viele Tracker wie das Fitbit Charge 2 oder das Jawbone Up3 messen zwei Arten von Puls: Der Ruhepuls, der möglichst niedrig sein sollte, gibt Auskunft über das allgemeine Fitnesslevel und den Gesundheitszustand des Herz-Kreislauf-Systems. Die kontinuierliche Pulsmessung hilft dagegen, das optimale Training zu finden.

Achten Sie bei Fitnesstrackern ganz genau auf die Angabe zur Wasserdichtigkeit. Gerade hier hat jeder Hersteller seine eigene Auslegung.
Achten Sie bei Fitnesstrackern ganz genau auf die Angabe zur Wasserdichtigkeit. Gerade hier hat jeder Hersteller seine eigene Auslegung.
Foto: Misfit

WithingsSchlafanalyse: Wer morgens oft müde ist, obwohl er früh schlafen geht, sollte sich einen Tracker mit Schlafüberwachung besorgen. Der analysiert jede Nacht, wie ruhig oder unruhig Sie schlafen, und ermittelt daraus die Wach-, Leicht- und Tiefschlafphasen. Aufgeschlüsselt in anschauliche Grafiken bekommen Sie so in der App einen guten Überblick über Ihr Schlafverhalten und können bei Bedarf eingreifen.

Eine nette Nebenfunktion des Schlaftrackings ist der "smarte Alarm". Sie stellen ihn auf ein Intervall ein - beispielsweise morgens zwischen 7:30 und 8 Uhr. Der Alarm geht dann erst los, wenn in dieses Intervall eine Leichtschlafphase fällt. So beginnen Sie den Tag um einiges ausgeruhter.

Nahrungsmittelerfassung: Wer Gewicht verlieren möchte, der muss vermutlich auch seine Ernährung umstellen. Das bedeutet im Klartext: Kalorien zählen. Ein Fitnesstracker kann hier helfen, denn wenn Sie sich am von ihm ermittelten Kalorienbudget orientieren können, steht der Gewichtsreduktion nichts mehr im Weg. Einige Hersteller-Apps, etwa die von Jawbone und Fitbit, bieten die Möglichkeit, Nahrungsmittel zu erfassen. Bei Fitbit beispielsweise ist eine sehr umfassende Lebensmitteldatenbank hinterlegt, die sogar Convenience-Produkte und Backwaren der lokalen Bäckereikette kennt. Auch Ihre Flüssigkeitszufuhr können Sie per Fitbit-App erfassen.

Ein ähnliches Angebot an Lebensmitteln bietet auch Jawbone, hier zudem hübsch mit Fotos veranschaulicht. Etwas rudimentärer löst Beurer die Nahrungsmittelerfassung: Eine eigene " Body Shape "-App bietet Portionseingaben für Gemüse, Obst, Snacks, Wasser und Softdrinks. Hat eine Hersteller-App keine eigene Nahrungserfassung integriert, können Sie auf eine Drittanbieter-Applikation wie Myfitnesspal ausweichen. Meist müssen Sie lediglich die Konten beider Dienste in der Tracker-App verknüpfen, um die Daten von einer Anwendung in die andere zu übernehmen.

Im Überblick: Fitnesstracker für den Alltag
Im Überblick: Fitnesstracker für den Alltag

Für Sportler: Fitnessprogramme und GPS-Empfänger

Die Grenze zwischen alltagstauglichen Trackern und Spezialgeräten für Sportler ist oft fließend. So ist durchaus die eine oder andere Funktion, über die sich Sportler freuen, bereits in den "normalen" Fitnessarmbändern zu finden. Andere wiederum müssen Sie speziell suchen, wenn Sie Wert darauf legen.

Automatische Aktivitätserkennung: Eine der nützlichen Funktionen, die Sie auch schon in den Alltagstrackern finden, ist die automatische Aktivitätserkennung. Sie müssen dem Gadget also nicht vor dem Joggen, Radfahren oder Crosstraining extra sagen, dass Sie besagte Tätigkeit nun durchführen werden. Stattdessen erkennt der Tracker nach einer bestimmten Zeit von selbst, um welche Aktivität es sich handelt.

Allerdings kann die Anzahl der erkennbaren Aktivitäten eingeschränkt sein, die manuelle Eingabe ist also in manchen Fällen noch nötig. Fitbit bietet für diesen Fall die Möglichkeit, beim Charge 2 ein Training per Tastendruck direkt am Tracker zu starten. Garmin bietet Tracker, die Sie auch zum Schwimmen und Golfen einsetzen können. Die entsprechenden Trainingsprogramme müssen Sie dann manuell starten. Ein spezielles Lauf-Trainingsprogramm für fünf oder zehn Kilometer, Halbmarathon beziehungsweise Marathon finden Sie bei Polar.

GPS: Ist Laufen Ihre Hauptsportart, kann ein eingebauter GPS-Empfänger in Ihrem zukünftigen Tracker sinnvoll sein. Dann lässt sich Ihre Route später detailliert nachverfolgen. Einige Tracker bieten auch ein sogenanntes "assisted GPS". Das bedeutet, dass die Armbänder selbst keinen GPS-Empfänger haben, sondern über die Bluetooth-Verbindung auf das GPS des Smartphones zugreifen, um die Strecke zu erfassen. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, geht allerdings auf Kosten des Tracker- und des Smartphone-Akkus.

Wasserdichte: Optimalerweise ist ein Fitnesstracker wasserfest. Denn egal, ob Sie beim Laufen in den Regen kommen, den Tracker zum Schwimmen verwenden oder einfach schweißtreibend trainieren - das Gerät sollte das aushalten und nicht dadurch ausfallen. Leider ist es bei Trackern nicht so einfach, die Wasserfestigkeit herauszufinden, vor allem, wenn diese nicht wie das Fitbit Flex 2 oder das iHealth Wave als explizite Schwimmtracker gekennzeichnet sind. Dann steht unter den technischen Daten bestenfalls der Vermerk "5 ATM" - was bedeutet, dass das Gerät auf eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar geprüft wurde. Das entspricht wiederum dem Wasserdruck einer Wassersäule von 50 Metern und reicht laut Wikipedia, um ein entsprechendes Gerät beim Baden, Duschen oder Händewaschen zu tragen, nicht jedoch zum Schwimmen.

Im Überblick: Fitnesstracker für Sportler
Im Überblick: Fitnesstracker für Sportler

Garmin definiert "5 ATM" dagegen anders: Laut deren Definition halten "5 ATM"-Geräte Spritzwasser, Regen oder Schnee, Duschen, Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln aus, nicht jedoch Sporttauchen und Hochgeschwindigkeits-Wassersportarten. Fitbit erklärt explizit, dass beispielsweise das Fitbit Charge 2 schweiß-, regen- und spritzwasserfest ist, jedoch nicht beim Schwimmen getragen werden sollte. Wenn Sie also Wert auf einen wasserfesten Fitnesstracker legen, sollten Sie sich die technischen Daten der Kandidaten ganz genau durchlesen und Fachbegriffe wie IPX-Klassen oder ATM-Angaben hinterfragen.

Im Überblick: Wasserdichte Fitnesstracker
Im Überblick: Wasserdichte Fitnesstracker