Back to Office

"Firmen müssen mehr bieten als Craft Beer und Tischkicker"

26.07.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Back to Office soll es bald in vielen Unternehmen heißen, die sich auf die Rückkehr ihrer Mitarbeiter ins Büro vorbereiten. Dabei gilt es, genau hinzuschauen, welche Tätigkeiten künftig im Büro und welche von zu Hause zu erledigen sind.
Arbeitgeber sollten sich unbedingt Gedanken darüber machen, wie es mit der Arbeit in Home-Office und Büro nach Corona weitergeht.
Arbeitgeber sollten sich unbedingt Gedanken darüber machen, wie es mit der Arbeit in Home-Office und Büro nach Corona weitergeht.
Foto: Halfpoint - shutterstock.com

"Eines ist klar: Ein 'zurück ins Büro' wie vor der Pandemie wird es nicht geben. Viele Mitarbeiter haben sich nach anderthalb Jahren an neue Arbeitsmodelle gewöhnt und die Vorteile schätzen gelernt", ist Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half, überzeugt. Unternehmen müssten deshalb umdenken und bei der Rückkehr ihrer Beschäftigten ins Büro Remote Work und hybride Arbeitsweisen von Anfang an berücksichtigen. Sonst bestehe die Gefahr, nicht mehr attraktiv genug für potenzielle Arbeitnehmer und Talente zu sein.

"Es reicht nicht mehr aus, auf Benefits wie Craft Beer, Obstschalen und Tischkicker zu setzen", warnt Hennige. Firmen sollten Mitarbeitern vielmehr die Voraussetzungen schaffen, "kreativ und produktiv" zusammenzuarbeiten. Eine Lösung dafür sei beispielsweise, die Architektur der Büros neu zu überdenken: Büroräume geben demnach nicht mehr vor, wie gearbeitet wird, sondern die Aufgaben bestimmen, wie die Räume zu sein haben.

Back to Office: Was passiert mit dem Großraumbüro?

Das heißt: Mitarbeiter benötigten sowohl Platz für einen kreativen Austausch als auch für spontane Zusammenkünfte. Der Robert-Half-Manager empfiehlt, Bürobereiche einzurichten, die über längere Zeit ein ungestörtes Arbeiten ermöglichen. Das seit wichtig für Aufgaben, die viel Konzentration und Ruhe erforderten. Gleichzeitig böten diese Räume die Möglichkeit, auch mal abzuschalten. Auf der anderen Seite bräuchte es entsprechend Räume für längere Telefon- beziehungsweise Videokonferenzen, die in einem Großraumbüro auf Dauer eher störend für andere Kollegen sind.

Grundsätzlich sollte auch darauf geachtet werden, so Henniges Rat, Event-Bereiche abseits der Küche oder Kantine zu schaffen, in denen sich Mitarbeiter in Pausen oder nach der Arbeit ungezwungen treffen können. Gerade nach den vergangenen Monaten sei es besonders wichtig, die Unternehmenskultur und den Teamspirit zu fördern.

Rückkehr ins Büro: Wie werden Anwesenheiten organisiert?

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Der Arbeitsplatz muss abstands- und hygienegerecht eingerichtet sein. Hier gibt es laut Robert-Half-Erfahrung die Möglichkeit, Outdoor-Meetings mit mehreren Personen zum Beispiel auf Terrassen und Balkonen abzuhalten. Eine andere Idee sei, Sitzplätze in Konferenzräumen mit mehreren fest installierten Bildschirmen zu kombinieren, die für Mitarbeiter eine virtuelle Teilnahme am Meeting ermöglichen, ohne persönlich anwesend zu sein. Um einen Überblick über die Auslastung der Büroflächen zu bekommen und überfüllte Büros zu vermeiden, könne darüber hinaus ein Buchungssystem für Arbeitsplätze ein wichtiger Schritt sein.

Letztlich stelle sich noch die Frage, nach welchen Prinzipien hybrides Arbeiten ermöglicht wird, gibt Hennige zu bedenken. Hier biete sich zum Beispiel an, die Anwesenheit im Büro an die Anforderungen der Teamzusammenarbeit zu knüpfen. Kreative Arbeiten, für die mehr Ruhe und längere ungestörte Phasen benötigt werden, können eventuell besser im Home-Office erledigt werden. Müssten größere Projekte, an denen verschiedene Disziplinen beteiligt sind, umgesetzt werden, biete sich sehr wohl für den besseren und engeren Austausch die Anwesenheit im Büro an.