Firmen haben kaum Interesse an Green Card

13.10.2000

MÜNCHEN (CW) - Zunächst hatte man befürchtet, dass die Green Card bei den ausländischen IT-Profis schlecht ankommt. Mittlerweile stehen bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) 12000 Gesuchen von Bewerbern 800 Stellenangebote von Firmen gegenüber. Dieses Missverhältnis hat nicht nur damit zu tun, dass die Unternehmen das Arbeitsamt als Vermittlungsstelle nicht nutzen. Das beweist ein Blick auf die genehmigten Green Cards. Seit Einführung der neuen Regelungen im August wurden erst 2140 Arbeitserlaubnisse erteilt, die meisten davon in Bayern (592), Baden-Württemberg (439), Nordrhein-Westfalen (365) und Hessen (361). In den neuen Bundesländern wurden dagegen bisher insgesamt nur 78 Green Cards ausgegeben.

Das Desinteresse der Firmen ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass sie Fachkräften ohne abgeschlossenes IT-Studium ein Jahresgehalt von 100000 Mark zahlen müssen. Die meisten der Bewerber haben einen entsprechenden Hochschulabschluss und dürfen laut Regelung nicht weniger als 77800 Mark verdienen. Ein wichtiger Grund soll die Sprachbarriere sein: Da viele der ausländischen Bewerber nicht gut genug Deutsch sprächen, um mit späteren Kunden verhandeln zu können, halten sich die Firmen zurück.