Digital Leader Award 2017

FC Bayern München macht seine IT fit für die Fans

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Was hat Fußball mit Robbie Williams oder Shakira zu tun? Sehr viel, denn wie andere Prominente konkurriert auch der FC Bayern München um die Aufmerksamkeit der Menschen. Mit der "Digital-4.0"-Strategie hat sich der Rekordmeister für das digitale Zeitalter gerüstet.

Der FC Bayern München (FCB) hat mehr als 600 Millionen Fans in aller Welt. Nicht alle können zu den Spielen ins Stadion kommen. Der Verein will sie dennoch am Spielgeschehen teilhaben lassen und sie auch sonst mit Vereinsnachrichten, -videos, -bildern oder Merchandising-Aktionen erreichen. Und zwar personalisiert, kontextbasiert und zugeschnitten auf die einzelnen Länder. Denn in der digitalen Welt fischen alle Player im selben Teich nach der Aufmerksamkeit der Kunden - ob Vereine, Firmen oder prominente Persönlichkeiten.

"Wir bieten einem Fan in Japan morgens auf einem Smartphone einen anderen Content an als einem Fan nachmittags in Brasilien, der gerade per Desktop surft," sagt Stefan Mennerich, Direktor Medien, Digital und Kommunikation beim FC Bayern.
"Wir bieten einem Fan in Japan morgens auf einem Smartphone einen anderen Content an als einem Fan nachmittags in Brasilien, der gerade per Desktop surft," sagt Stefan Mennerich, Direktor Medien, Digital und Kommunikation beim FC Bayern.
Foto: FC Bayern München

Gut gerüstet für die Herausforderungen der Digitalisierung ist der Deutsche Meister durch das bereichsübergreifende Projekt "FC Bayern - Digital 4.0", das im Sommer 2016 an den Start ging. Der Vereinsvorstand hatte alle Führungskräfte aufgerufen, digitale Services fachbereichsübergreifend zu implementieren. Ziel war es einerseits, den Fans eine digitale Heimat beim FCB zu geben, wo sie den Verein weltweit unmittelbar, zeitnah, emotional und in höchster Qualität erleben können. "Digital First" lautete die Devise. Andererseits ging es darum, eine einheitliche digitale Plattform zu schaffen.

Fünf Vorteile von Digital 4.0

  • Flexibilität: Der FC Bayern kann unmittelbar auf Veränderungen reagieren.

  • Unabhängigkeit: Er agiert unabhängig von Dienstleistern.

  • Internationalität: Er kann als deutscher Verein seine Prozesse weltweit anbieten.

  • Konsolidierung: Die Zahl der IT-Systeme wurde deutlich reduziert.

  • Skalierbarkeit: Der FC Bayern kann auf Spitzenereignisse reagieren und bleibt trotzdem wirtschaftlich.

Als Grundlage für die neue digitale Plattform baute das Team um CIO Michael Fichtner ein eigenes, redundant ausgelegtes Rechenzentrum in der Münchner Allianz Arena auf, um unabhängig von Outsourcing und Dienstleistern zu sein. Zudem wurden 32 Teilprojekte in vier Hauptprojekten abgewickelt, wobei dem Projekt zur Bereinigung und Konsolidierung der Kundendaten systemseitig besondere Bedeutung zukommt.

Der inzwischen hochqualifizierte, widerspruchs- und redundanzfreie Bestand an Fandaten ist der zentrale Wertschöpfungsfaktor für alle Fachbereiche. Im Mittelpunkt stehen diverse Self-Services, die es dem Fan ermöglichen, seine Daten beim FCB selbst zu qualifizieren, zu vervollständigen und Prozesse anzustoßen. Nach aktuellem Stand befinden sich an manchen Tagen mehr als 50.000 unique angemeldete User auf der digitalen Plattform.

"Wir bieten einem Fan in Japan morgens auf einem Smartphone einen anderen Content an als einem Fan nachmittags in Brasilien, der gerade per Desktop surft", sagt Stefan Mennerich, Direktor, Prokurist Direktion Medien, Digital und Kommunikation. "Wir kennen unsere Fans international und können sie ansprechen und maßgeschneiderten Content bereitstellen."

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