Senatorin plaudert

FBI zahlt 900.000 US-Dollar für iPhone-Hack von San Bernardino

Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Auf dem iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino hat das FBI nichts Relevantes gefunden, aber viel dafür gezahlt.

Da Apple sich letztes Frühjahr aus nachvollziehbaren Gründen weigerte, eine Hintertür für iOS zu programmieren, überließ das FBI das iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino bis heute nicht bekannten Experten zum Entsperren. Schon vor einem Jahr kursierte eine erste Zahl über die Kosten der Aktion, der Chef der Bundespolizei James Comey hatte den Preis in Relation zu seinem Gehalt für die ausstehenden sieben Jahre seiner Amtszeit gesetzt. Demnach hätte das FBI mehr als 1,3 Millionen US-Dollar für das Entsperren gezahlt.

So viel kostete das iPhone Hack dem FBI.
So viel kostete das iPhone Hack dem FBI.

In Washington D.C. kursiert nun eine neue und etwas niedrigere Zahl. Fallen gelassen hat sie demokratische Senatorin aus Kalifornien Dianne Feinstein, die dem Ausschuss vorsitzt, der das FBI kontrolliert. In einer Abhörung des FBI-Chefs sagte sie: "Ich war so schockiert, als [das Attentat in] San Bernardino passierte und sie beantragten, das Gerät öffnen zu lassen, und dann das FBI 900.000 US-Dollar zahlen musste, um rein zu kommen." Es habe aber gute Gründe gegeben, die Strafverfolger in das Gerät einhacken zu lassen.

Weder das FBI noch der Pressesprecher der Senatorin wollen die Zahl aber nun bestätigen. Detaillierte Informationen über den Dienstleister und dessen Lohn will die Behörde nicht veröffentlichen, da diese zur Abwehr der getroffenen Maßnahmen verwendet werden könnten. Der ominöse Helfer des FBI könnte exklusive Kenntnisse über Sicherheitslücken in iOS haben, die der Hersteller Apple so nicht identifizieren und schließen kann. (Macwelt)