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FBI-Schnüffelei im Google-Mail-Dienst Gmail?

30.04.2004

Google hat am Donnerstag bestritten, dass das FBI Einfluss auf das Design des zurzeit im Betatest befindlichen Mail-Dienstes Gmail nimmt. Damit reagierte Google auf eine Nachfrage gemäß des "Freedom of Information Act", den das EPIC (Electronic Privacy Information Center) an die US-Bundespolizei gerichtet hatte. Das EPIC wollte wissen, inwieweit es möglich ist, Gmail zu Überwachungs- und Fahndungszwecken zu nutzen.

Kritiker stempelten die Nachfrage des EPIC als populistischen Versuch, den kostenlosen Gmail-Dienst in einen Topf mit dem kontrovers diskutierten FBI-Überwachungssystem "Carnivore" und dem mittlerweile aufgegebenen "Orwellian Total Information Awareness Program" des Pentagon zu werfen. Das EPIC fragte ferner, ob Google seine Suchtechnologie zu Zwecken der Überwachung an das FBI lizenziert hat. Unternehmenssprecher Nathan Tyler zufolge werde sich Google nicht dazu äußern, ob das FBI die Suchtechnologie nutze.

Das EPIC überreichte vergangene Woche einen Preis an einen kalifornischen Senator, der ein Verbot des Gmail-Dienstes angekündigt hatte. Gmail war in die Kritik geraten, weil Google die in den Postfächern liegenden E-Mails automatisiert nach Schlüsselwörtern durchsuchen will, um dazu passende Werbebanner des hauseigenen Programms "AdSense" einzublenden (Computerwoche.de berichtete). (lex)