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FBI gelingt Schlag gegen internationale Raubkopiererszene

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Rahmen der international organisierten Razzia "Operation Site down" hat das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) in der vergangenen Woche einen Schlag gegen die weltweit operierende Warez-Szene gelandet. Hier sind verschiedene Gruppen organisiert, die über verschlüsselte Chat-Rooms und Peer-to-Peer-Netze Inhalte austauschen und vertreiben. Die Razzia der Behörden fand in elf Ländern statt. Neben den USA beteiligte sich auch die Polizei in Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada, den Niederlanden und Portugal an der Aktion. Im Visier der Fahnder standen dabei 22 Gruppen, die illegale Kopien von Filmen, Spielen, Musik und Software über das Internet vertrieben.

Im Rahmen der Razzia seien hunderte von Rechnern beschlagnahmt worden, erklärten die Strafverfolger. Außerdem sei es der Polizei gelungen, acht zentrale Server stillzulegen, über die der illegale Vertrieb der Inhalte lief. Über die Zahl der Verhaftungen gibt es bislang keine verlässlichen Angaben. Insgesamt hätten die Behörden rund 120 Personen in dem observierten Warez-Umfeld identifiziert. In den USA seien vier Personen in Gewahrsam genommen worden. Wie viele Verhaftungen es in den anderen Ländern gegeben hat, ist nicht bekannt.

Nach Angaben des US-amerikanischen Generalstaatsanwaltes Alberto Gonzales haben die Ermittler Inhalte im Wert von rund 50 Millionen Dollar auf den beschlagnahmten Rechnern sichergestellt. Justiz werde in Zukunft ihre Anstrengungen verstärken, gegen Urheberechtsverletzungen vorzugehen. (ba)