Ars Technica

Facebook sammelte jahrelang Anrufdaten von Android-Smartphones

27.03.2018
Von René Resch
Facebook hat offenbar über mehrere Jahre hinweg Metadaten von Telefonaten und SMS von Android-Nutzern gesammelt.

Laut einem Bericht von Ars Technica hat Facebook über mehrere Jahre hinweg Metadaten von Nutzern gesammelt, die der App Zugriff auf ihre Kontakte gaben. Darunter sämtliche Telefonanrufe und Textnachrichten. Vor Android 4.1 Jelly Bean waren sogar Anruf- und SMS-Listen in den Daten enthalten.

Facebook sammelte jahrelang Anruflisten von Android-Nutzern.
Facebook sammelte jahrelang Anruflisten von Android-Nutzern.
Foto: Facebook

Leser des Technik-Blogs haben das Vorgehen in ihren herunterladbaren Facebook-Daten entdeckt. So enthielten die Daten Listen mit allen in einem bestimmten Zeitraum geführten Telefonaten samt Gesprächspartner, dessen Telefonnummer, Datum und Uhrzeit und Gesprächsdauer. sowie alle gesendeten und empfangenen SMS-Textnachrichten. Der Ars-Technica-Mitarbeiter Sean Gallagher konnte dies sogar anhand seiner persönlichen Facebook-Daten verifizieren.

Google behob das Problem erst 2017

Die Berechtigungen auf den Kontaktezugriff wurden von Google erst mit Android 4.1, also im Juni 2012, geändert. Android-Anwendungen, die jedoch die weiterhin unterstützten alten API-Versionen ansprachen, konnten weiter mit der Berechtigung Anruflisten auslesen. Der Support für die Android 4.0 API-Versionen wurde erst im Oktober 2017 eingestellt. Daher ist es gut möglich, dass auch andere Apps bis Oktober 2017 auch auf Anruflisten Zugriff hatten, obwohl der Nutzer nur eine Berechtigung für Kontakte erteilt hatte.

Nutzer die selbst kontrollieren wollen was Facebook über Sie alles gespeichert hat, sollten die auf dieser Facebook-Seite angegebene Anleitung nutzen. So können Sie eine Kopie Ihrer Daten herunterladen und sich selbst ein Bild machen.

Erst kürzlich hatte Facebook eine Stellungnahme zum Datensammel-Skandal abgegeben. In dem Fall mit den Android-Daten ist Facebook nicht der allein Schuldige, auch Google trägt hier eine Mitschuld. (PC-Welt)