Konkurrenz zu DLT, LTO und AIT-2

Exabyte greift mit Mammoth-2 wieder in den Bandspeichermarkt ein

26.11.1999
MÜNCHEN (CW) - Exabyte Corp. möchte mit der zweiten Generation der "Mammoth"-Bandlaufwerke im Markt für mittelgroße IT-Installationen verlorenen Boden gutmachen. Im Gegensatz zu Quantum erzielte der Hersteller mit den Neugeräten eine deutliche Leistungssteigerung.

Die neuen Mammoth-2-Laufwerke können unkomprimiert 60 GB speichern. Dank dem von IBM entwickelten Chipsatz "Adaptive Lossless Data Compression" (ALDC) zur Datenkomprimierung erhöht sich die Speicherkapazität auf 150 GB. Unkomprimierte Daten werden mit einer Geschwindigkeit von 12 MB/s transferiert, in komprimierter Form schafft das Gerät 30 MB/s.

Damit ist das Mammoth-2 deutlich leistungsstärker als der Vorgänger "Mammoth-1" und auch den Konkurrenzprodukten "DLT 8000" vom Marktführer Quantum sowie "AIT-2" von Sony überlegen (siehe Tabelle). Die zukünftigen Mitbewerber aus dem LTO-Lager (LTO = Linear Tape Open), die derzeit unter den Namen "Accelis" und "Ultrium" entwickelt werden, braucht Exabyte - zumindest anfangs - auch nicht zu fürchten.

Allerdings hat Quantum angekündigt, im kommenden Jahr seine neue Version von DLT-Laufwerken - "Super DLT" - auf den Markt zu bringen. Mit einer Speicherkapazität von über 100 GB käme Quantum an die Werte des Mammoth-2 heran. Der Pferdefuß der Entwicklung liegt aber, zumindest für die erste Zeit, in der Inkompatibilität zu bestehenden DLT-Laufwerken. Exabyte rechnet sich deshalb beste Chancen aus, den Marktanteil von derzeit rund 20 bis 25 Prozent im kommenden Jahr auf 30 bis 35 Prozent ausweiten zu können. Gesucht werden für die Mammoth-2-Technik derzeit noch OEM-Hersteller, die Laufwerke, Media oder Bandbibliotheken produzieren.

Die LTO-Initiative von IBM, HP und Seagate betrachtet Exabyte nicht als direkten Konkurrenten, da sich diese Hersteller an eine andere Zielgruppe wenden und eher in Großunternehmen als in mittelständischen Firmen zu finden sein würden. Zudem hat die Company erst kürzlich einen OEM-Vertrag für Ultrium-Laufwerke geschlossen, um LTO-Bandbibliotheken anbieten zu können. Die Speicherautomaten sollen zwischen 2 und 21 TB fassen können.

Auch die hauseigenen Mammoth-2-Drives werden in Speicherbibliotheken eingebaut. Mit dem "X80" wurde der erste Vertreter auf der Comdex vorgestellt. Er läßt sich mit bis zu acht Laufwerken bestücken. Werden dazu alte Mammoth-Drives verwendet, liegt die Gesamtkapazität bei 1,6 TB, mit Mammoth-2-Technik faßt die Bibliothek 4,8 TB. In den USA kostet die X80 je nach Ausstattung zwischen 30000 und 65000 Dollar.