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Europas PC-Markt wächst 1999 um gesunde 17 Prozent

24.01.2000
Context: Fujitsu Siemens auf Platz zwei

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das britische Marktforschungsinstitut Context hat seine vorläufigen Zahlen zum europäischen PC-Markt im vierten Quartal und im kompletten Kalenderjahr 1999 vorgelegt. Der aus der Fusion von Fujitsu Computers Europe und dem PC-Geschäft des Münchner Siemens-Konzerns entstandene neue Player Fujitsu Siemens landete erwartungsgemäß auf dem zweiten Rang.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres wurden demnach in Europa 9,84 Millionen PCs verkauft. Dies entspricht einer mäßigen Steigerung von 10,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das letzte Jahresviertel fällt damit gegenüber dem dritten Quartal deutlich ab, in dem noch ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber Vorjahr ermittelt wurde. Die Auguren machen hierfür vor allem den Markt kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) verantwortlich, in dem sich die Einkäufer unerwartet stark zurückhielten. Übers Jahr betrachtet legte der europäische PC-Markt dank der erfreulichen ersten drei Quartale jedoch ein mit 16,8 Prozent gesundes Wachstum hin. Bei den Rechnerkategorien ermittelten die Context-Erbsenzähler die größten Zuwächse in den Bereichen Portables sowie PC-Server.

Q4: Compaq weiterhin in Front, IBM leidet

Unter der schwächeren Entwicklung des letzten Quartals litten vor allem die größeren Hersteller, die traditionell an Unternehmenskunden verkaufen. Dies hinderte allerdings den texanischen IT-Riesen Compaq nicht daran, sich mit 1,54 Millionen verkauften Rechnern (plus vier Prozent) und einem Marktanteil von 15,6 Prozent (minus 1,01 Prozent) wie gehabt den ersten Platz in der Hersteller-Rangliste zu sichern. Fujitsu Siemens kam mit 1,07 Millionen PCs (plus 19,5 Prozent) und einem Marktanteil von 10,8 Prozent (plus 0,81 Prozent) auf Rang zwei. Direktanbieter Dell Computer wurde dadurch auf den dritten Platz verdrängt. Der ebenfalls in Texas ansässige Anbieter verkaufte im vierten Quartal gut 750 000 Rechner (plus 16,3 Prozent) und kam damit auf 7,6 Prozent Marktanteil (plus 0,37 Prozent). Den gleichen Market Share ermittelte Context für IBM (minus 1,79 Prozent). Big Blue war mit rund 744 000 verkauften Systemen gut für Platz vier (minus 10,6 Prozent) und bekam den Negativtrend im KMU-Sektor damit am heftigsten zu spüren.

Rang fünf der Herstellerliste belegte trotz des Debakels in den USA NEC Computer Industries (vormals Packard Bell-NEC). NEC CI brachte rund 678 000 PCs an den Kunden (plus 32,3 Prozent) und kam damit auf 6,9 Prozent Marktanteil (plus 1,13 Prozent). Damit bleibt für Hewlett-Packard nur Platz sechs. HP verkaufte laut Context gut 674 000 Rechner (plus 36,5 Prozent) und erreichte damit einen Marktanteil von ebenfalls 6,9 Prozent (plus 1,3 Prozent). Nach langer Abwesenheit in den Top Ten der Hersteller meldete sich Apple im vierten Quartal mit rund 382 000 verkauften Rechnern (plus 52,4 Prozent) und 3,9 Prozent Marktanteil (plus 1,06 Prozent) zurück. Die Liste der führenden zehn Anbieter komplettieren Acer (3,3 Prozent Marktanteil), Notebook-Spezialist Toshiba (2,8 Prozent Marktanteil) sowie Vobis (2,2 Prozent Marktanteil).

1999: HP wieder unter den Top Fünf

Für das gesamte Kalenderjahr 1999 kommen die beiden Erstplatzierten Compaq und Fujitsu Siemens auf exakt den gleichen Marktanteil (15,6 beziehungsweise 10,8 Prozent) wie im vierten Quartal. Compaq (inklusive Digital) verkaufte laut Context im Gesamtjahr glatte fünf Millionen PCs, Fujitsu Siemens konnte 3,55 Millionen Rechner absetzen. Damit liegen auch die Wachstumsraten des Führungsduos (plus vier respektive 19,5 Prozent) exakt auf dem Niveau des letzten Quartals. Dell kam mit 2,69 Millionen verkauften Rechnern (plus 16,3 Prozent) auf einen Marktanteil von 9,2 Prozent, knapp dahinter landete IBM mit 2,48 Millionen Systemen (plus 15,8 Prozent) und 8,5 Prozent Market Share. Übers Jahr gesehen konnte sich Hewlett-Packard mit 2,01 Millionen verkauften PCs und einem Marktanteil von 6,9 Prozent vor NEC CI in die Top Fünf schieben. Die Japaner verkauften 1,58 Millionen Geräte, die für 5,4 Prozent Marktanteil und Rang fünf gut waren. Auf den weiteren Plätzen folgen Toshiba mit einer Million verkaufter PCs und 3,4 Prozent Marktanteil vor Acer (930 000 Rechner; 3,2 Prozent Marktanteil), Apple (846 000 Macs; 2,9 Prozent Marktanteil) sowie Vobis (616 000 PCs; 2,1 Prozent Marktanteil).

Geografie: Deutschland größter, Spanien dynamischster Markt

Deutschland ist laut Context unangefochten größter PC-Marktplatz in Europa. Im vierten Quartal kauften die Bundesbürger und deutschen Unternehmen 2,45 Millionen PCs (plus 19,2 Prozent), im Kalenderjahr 1999 wurden hierzulande 7,05 Millionen Rechner abgesetzt (plus 20,7 Prozent). Auf den Plätzen folgen Großbritannien (5,65 Millionen verkaufte Einheiten, plus 18,1 Prozent), Frankreich (4,67 Millionen Rechner, plus 18,4 Prozent), Italien (2,23 Millionen PCs, plus 17,1 Prozent) sowie die Niederlande (1,92 Millionen Systeme, plus 18,2 Prozent). Ein höheres Wachstum als die Bundesrepublik konnte im vergangenen Jahr einzig Spanien vorweisen, das sich mit 1,38 Millionen verkauften Rechnern (plus 27,5 Prozent) in der Länder-Rangliste auf Platz sechs vorarbeiten konnte und erstaunlicherweise Schweden (1,1 Millionen verkaufte Systeme, minus 27,6 Prozent) hinter sich lassen konnte.