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Europäer sträuben sich gegen Online-Geschäftsprozesse

27.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Deutsche und britische Unternehmen glauben zwar daran, dass eine Verlagerung des Ein- und Verkaufs ins Internet Kosten spart, dennoch zögern sie bei der Einführung von Online-Prozessen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Finanzdienstleisters American Express. Nur je drei Prozent von 200 untersuchten Firmen hierzulande und auf der Insel haben derzeit ein vollwertiges Online-Bestell- und -Zahlsystem im Einsatz. Die meisten setzen nach wie vor auf traditionelle Beschaffungsprozesse via Papierformulare.

Dabei glaubt die Hälfte der befragten Finanzchefs, dass E-Procurement-Prozesse bis zu zehn Prozent der Kosten einsparen könnten. Ein Drittel hält sogar Reduktionen von bis zu 20 Prozent für möglich. Rund 84 Prozent erwarten eine Vereinfachung der Preisvergleichsmöglichkeiten, 76 Prozent eine Verkürzung der Auftrags- und Lieferzeiten. Warum also die Zurückhaltung? Zirka 85 Prozent befürchten, dass die neuen Systeme mit den bereits in den Unternehmen existierenden nicht kompatibel sind. Knapp drei Viertel halten die Skepsis des obersten Management für das Haupthindernis bei der Einführung der neuen Technologien.

Im Vergleich mit den Briten schneiden die deutschen Firmen noch relativ gut ab: Immerhin ein Drittel der hiesigen Unternehmen hat zumindest einen Teil ihrer Bezahlsysteme automatisiert. In Großbritannien ist dies nur bei neun Prozent der Firmen der Fall.

Etwas weniger als die Hälfte der Finanzchefs erklärte, die Einführung von E-Procurement-Systemen könnte innerhalb von 18 Monaten klappen. Rund zehn Prozent sind jedoch überzeugt, dass ihre Unternehmen niemals auf Online-Lösungen umsteigen würden. Geht es darum, Beratungsleistungen im Internet-Umfeld zu beziehen, würden 83 Prozent eher die Dienste eines traditionellen Anbieters in Anspruch nehmen. Nur vier Prozent würden sich an eine der jüngeren Web-Agenturen wenden.