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Europa nimmt Jahr-2000-Problem nicht so ernst

20.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während die Amerikaner das Jahr-2000-Problem als lebensbedrohliche Gefahr ansehen, zeigen sich die Europäer lediglich leicht irritiert. Eine Befragung von 2000 britischen Bürgern ergab, daß nur 16 Prozent derjenigen, die sich des Millennium-Problems bewußt waren, "ziemlich oder sehr beunruhigt" seien. Eine ähnliche Studie in Dänemark kam zu dem Ergebnis, daß nur 21 Prozent der Befragten die Jahr-2000-Umstellung für wichtig hielten. Die Amerikaner hingegen glauben zu 55 Prozent an einen Zusammenbruch der Bank- und Buchhaltungssysteme aufgrund des Jahreswechsels; 32 Prozent rechnen mit einem Versagen der Notfall-Kommunikationssysteme.

Dementsprechend verhalten sich die Medien in den verschiedenen Ländern. In den USA berichtet die gesamte Nachrichtenbranche, von der Tageszeitung über das Boulevardblatt bis zu Fernsehsendungen, über die zu erwartenden Probleme bei der Jahresumstellung. Diesseits des Atlantiks sind alarmierende Berichte jedoch nur in einigen wenigen Kernpublikationen zu finden; die Verbraucherpresse hat sich der Thematik bestenfalls in verniedlichenden Tönen gewidmet. So brachte hierzulande die "Bildzeitung" bisher nur oberflächliche Artikel zu den kleinen Dingen des Lebens, die am 1. Januar 2000 schief gehen könnten. Auch die berühmt-berüchtigte Sensationspresse in Großbritannien hat sich auf diesem Gebiet zurückgehalten. Lediglich eine Handvoll Publikationen wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" oder die französische "Le Monde" haben dem Thema ernstere Berichte gewidmet.