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EU will Kabel-Mietgebühren billiger machen

26.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission hat diese Woche Preisempfehlungen verabschiedet, die die hohen Mietgebühren für Kurzstreckenleitungen in Europa drastisch senken sollen. Bei diesen Leitungen handelt es sich um die sogenannte "letzte Meile" zum Kunden, die in der Regel etablierten Netzanbietern wie den ehemaligen Monopolisten gehören. Diese vermieten die Telefonleitungen im Inland an andere Anbieter weiter - zu Gebühren die viermal so hoch sind wie beispielsweise in den USA. Brüssel schlägt nun folgende Preisobergrenzen für die Vermietung von Kurzstreckenleitungen im Ortsnetz vor: Eine fünf Kilometer lange Leitung mit einer Kapazität von 84 Kilobit pro Sekunde soll monatlich nicht mehr als rund 146,50 Mark kosten; der Richtpreis für zwei Megabit pro Sekunde liegt bei etwa 685 Mark und für 34 Megabit je Sekunde bei 5085 Mark. Der EU-Unternehmenskommissar Erkki Liikanen begründete die Entscheidung mit den Worten: "Die hohen Preise für Mietleitungen in Europa haben der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen geschadet und die Verbreitung des Internet hierzulande behindert." Die EU-Empfehlungen rufen die europäischen Länder außerdem dazu auf, den Wettbewerb im Ortsnetzbereich anzukurbeln und den Einsatz von neuen Technologien wie DSL (Digital Subscriber Line) zu beschleunigen.