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EU will Internet kindersicher machen

10.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Union will Kinder künftig besser vor Pornografie und Rassismus im Netz schützen. "Da Kinder zunehmend im Internet surfen, wächst auch die Gefahr, dass sie auf gefährliche Inhalte stoßen", begründete die EU-Beauftragte für Information und Medien, Viviane Reading, den Vorstoß.

Erhebungen der Europäischen Kommission zufolge gehen in Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden, Estland und Tschechien 60 Prozent der Minderjährigen regelmäßig online. Den meisten Eltern sei allerdings gar nicht bewusst, welche potenziellen Risiken das Internet für ihre Sprösslinge birgt. Oder sie wüssten nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie auf jugendgefährdenden Content stoßen.

Für insgesamt 38 Millionen Euro hat die EU in 19 Mitliedstaaten spezielle "Hotlines" eingerichtet, denen man illegale Web-Inhalte melden kann. Mit deren Hilfe konnte die Polizei bereits einige pädophile Netzwerke aufdecken, so Reading: "Letzten Monat etwa führte ein Hotline-Tipp in Spanien zur Festnahme von 90 Personen - das war der in diesem Land bislang größte Schlag gegen einen Pädophilen-Ring."

Im Rahmen des jetzt beschlossen Programms soll die Zahl der Meldestellen noch weiter erhöht werden. Außerdem will die EU Techniken finanzieren, mit denen sich pornografische Inhalte ausfiltern lassen. Bislang ist allerdings noch nicht geklärt, ob das Geld an die einzelnen Mitgliedstaaten verteilt oder auf europäischer Ebene eingesetzt werden soll. (sp)