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EU von AOL/Time-Warner-Vorschlägen unbeeindruckt

12.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die kürzlich von AOL und Time Warner angebotenen Konzessionen zu ihrem geplanten Merger sind offenbar von der Europäischen Kommission als ungenügend empfunden worden. Sowohl AOL und Time Warner als auch EMI hatten den Brüsseler Kartellwächtern Zugeständnisse gemacht, um eine Genehmigung für die Megafusionen zu erlangen. Weder die beteiligten Konzerne noch die EU-Kommission waren jedoch bislang gewillt, einen Kommentar zu den Vorgängen abgeben.

Nach Angaben einer den Unternehmen nahestehenden Person hätten die Fusionspartner den EU-Wettbewerbshütern drei Hauptangebote gemacht: AOL schlug vor, die Aktionärsstruktur von AOL Europe, seines europäischen Joint Ventures mit Bertelsmann, zu verändern. Ferner bot der Online-Gigant an, dass andere Internet-Content-Provider, die ihre Produkte in das US-Netz von AOL platzieren wollen, für eine Dauer von drei Jahren nicht gleichzeitig zu einem Exklusivvertrag mit AOL Europe gezwungen werden. Auch EMI erklärte sich zu Konzessionen bereit. Das Londoner Plattenlabel würde den mit AOL/Time-Warner verbundenen Service-Providern für einen Zeitraum von drei Jahren keinen bevorzugten Zugang zu seinem Musikangebot geben.