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EU soll E-Commerce-Vorsprung der USA aufholen

16.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht des EU-Unternehmens-Kommissars Erkki Liikanen braucht Europa mindestens drei bis vier Jahre, um den technischen Fortschritt aufzuholen, den die USA derzeit im Bereich E-Commerce haben. "Wir sind beim elektronischen Handel spät dran", erklärte der Kommissar. "Noch dazu haben wir riesige Unterschiede innerhalb der einzelnen Mitgliedsstaaten, und wir müssen unbedingt aufholen." Laut Erhebungen der EU nutzen 30 Prozent der Menschen in den Vereinigten Staaten und Kanada das Internet, während in den meisten EU-Staaten gerade halb so viele Bürger oder weniger surfen. In Frankreich, Italien, Irland, Spanien und Griechenland liege der Onliner-Anteil sogar unter fünf Prozent, klagt Liikanen.

Einen Vorteil habe Europa allerdings, meint der Eurokrat: "Die Zahl der Mobiltelefone bei uns wächst so schnell, daß diese - und nicht der PC - das Terminal der Zukunft darstellen werden. In diesem Bereich haben wir gegenüber Amerika die Nase vorn: Wir sind liberalisiert und haben offene Standards."

Dennoch gebe es auf dem alten Kontinent noch eine Menge zu tun. Man müsse den Menschen das Internet erklären, die Entwicklung eigener Software fördern, die Preise von Ortsgesprächen für den Internet-Zugang senken und kleine Startup-Firmen beim Start in den elektronischen Handel unter die Arme greifen, forderte der EU-Kommissar.