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EU-Kommission testet Microsofts Zugeständnisse

06.06.2005
Die Vorschläge sollen in einer Art "Markttest" von Konkurrenten der Gates-Company unter die Lupe genommen werden.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Tauziehen um die Erfüllung von EU-Sanktionen hat der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft in der vergangenen Woche weit gehende Zugeständnisse zur Offenlegung von Schnittstelleninformationen gemacht. Wie EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel ankündigte, sollen diese Vorschläge nun in einer Art "Markttest" Konkurrenten von Microsoft vorgelegt werden. Wie lange dieser Test läuft, sagte sie nicht.

Die Gates-Company hat auf Druck der EU zugesichert, dass sie die Entwicklung und den Verkauf von Servern der Konkurrenz, die mit Windows-Personalcomputern und Servern verknüpfbar sind, weltweit zulassen wird. Eine Kategorie der Schnittstelleninformationen soll ohne Lizenzgebühren herausgegeben werden.

Kroes erklärte, sie dringe auf eine vollständige Erfüllung der EU-Sanktionen vom März 2004. Dazu gehört auch das Angebot eines Windows- Systems ohne das Multimedia-Abspielprogramm Mediaplayer. "Ich bin froh, dass Microsoft gewisse Prinzipien anerkennt, auf denen die Umsetzung des Kommissionsbeschlusses basieren muss", so Kroes. Microsoft hatte die Vorschläge vor knapp einer Woche kurz vor Ablauf eines Ultimatums von Kroes gemacht. (dpa/mb)