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EU-Kommission setzt Prüfung von Oracles Übernahmeplan erneut aus

16.04.2004

Die EU-Kommission hat die Prüfung von Oracles feindlichem Übernahmeangebot für den Konkurrenten Peoplesoft am Donnerstag erneut unterbrochen. Es fehlten wichtige Informationen über die Marktposition Oracles in den Bereichen Personal- sowie Finanz-Management-Software, erklärte Kommissionssprecher Tilman Lüder Presseberichten zufolge. Diese seien bis zum Fristende am 12. April nicht eingegangen, obwohl sie Oracle selbst in einer nicht öffentlichen Anhörung als wichtig bezeichnet habe, erklärte Lüder. Ein neuer Termin für eine Entscheidung in dem Fall steht noch nicht fest. Bislang hatte die Brüsseler Behörde dafür den 11. Mai anvisiert.

Die EU-Kommission hatte erst im Februar nach dem Erhalt neuer Informationen ihre Prüfung der feindlichen Übernahmeofferte im Wert von 9,4 Milliarden Dollar wieder aufgenommen. Wie Mitte März aus Kreisen um EU-Kommissar Mario Monti jedoch verlautete, hat die Behörde ähnliche Vorbehalte wie das US-amerikanische Justizministerium. Die US-Behörden befürchten negative Auswirkungen auf den Wettbewerb, wenn sich die Nummer Zwei und Drei im Geschäft mit Business-Applikationen zusammenschließen. Infolge des nachlassenden Konkurrenzdrucks müssten die Kunden mit steigenden Preisen rechnen. Dieser Argumentation schließen sich die Vertreter der EU-Kommission weitgehend an. (mb)