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EU-Kommission kurz vor Genehmigung von Oracles Übernahmeplänen

27.09.2004

Die feindliche Übernahme von Peoplesoft durch den Konkurrenten Oracle wird zunehmend wahrscheinlicher: Nach Informationen der "New York Times" steht nun offenbar auch der zuständige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti kurz davor, die 7,7 Milliarden Dollar schwere Fusion zu genehmigen. Bislang hatte die Brüsseler Behörde ähnlich wie das US-amerikanische Justizministerium negative Auswirkungen auf den Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware befürchtet. Die Klage des DoJ (Department of Justice) hatte ein US-Bundesrichter allerdings Anfang des Monats abschlägig beschieden (Computerwoche.de berichtete).

Grund für den überraschenden Sinneswandel Montis seien die Zweifel von Rechtsexperten, dass ein Verbot vor einem Berufungsgericht standhalten könnte, berichtet das Blatt aus EU-Kreisen. Die Rechtsabteilung habe sich bereits gegen einen negativen Bescheid ausgesprochen, bevor die EU-Kommission Ende vergangenen Jahres eine intensive Prüfung des geplanten Zusammenschlusses beschlossen hatte.

Die Europäische Kommission hatte am vergangenen Freitag erklärt, dass sie bis Ende Oktober ihre Entscheidung über eine mögliche Blockade von Oracles feindlicher Übernahme von Peoplesoft treffen wolle. Offiziell hat Monti, dessen Amtszeit am 31. Oktober endet, die Untersuchung des Deals im April auf Eis gelegt und wartet auf wichtige Informationen (Computerwoche.de berichtete). (mb)