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EU-Kommission erwägt weitere Maßnahmen gegen Microsoft

20.09.2005
Knapp 18 Monate nach dem Antitrust-Urteil erwägt die EU-Kommision angeblich, weitere Auflagen gegen den Softwareriesen Microsoft zu verhängen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Knapp 18 Monate nach dem Antitrust-Urteil erwägt die EU-Kommision angeblich, weitere Auflagen gegen den Softwareriesen Microsoft zu verhängen. Während die Gerichte noch über den Einspruch von Microsoft entschieden, sei die EU-Kommission nicht untätig, erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gegenüber der "New York Times". "Wir haben weiter formlose Beschwerden erhalten, die wir nun prüfen", sagte sie. Die Beschwerden drehen sich um die Bündelung bestehender und künftiger Produkte, so Kroes. Details nannte sie jedoch nicht.

Möglicherer Angriffspunkt ist die Bündelung der Office-Suite mit dem E-Mail-Programm Outlook. Da die Produkte als Softwarepaket in vielen neuen PCs ausgeliefert werden, fällt es Konkurrenten schwer, in diesem Bereich Fuß zu fassen.

Die Wettbewerbshüter hatten vor knapp 18 Monaten geurteilt, dass die Gates-Company ihre Dominanz im Softwaremarkt missbraucht und als Konsequenz eine Strafe von 497 Millionen Euro verhängt. Gleichzeitig wurde der Konzern dazu verdonnert, eine Version seines Windows-Betriebssystems ohne Mediaplayer auszuliefern und Konkurrenten Informationen zu seinen Schnittstellen bereitzustellen.

Probleme bei der Umsetzung sowie die offensichtliche Verzögerungstaktik von Microsoft lassen viele Konkurrenten der Gates-Company jedoch am Erfolg dieser Sanktionen zweifeln. Wettbewerbskommissarin Kroes ist jedoch zuversichtlich, den längeren Atem zu besitzen. "Wir sind nicht aus dem Spiel, sondern verfolgen, was passiert", versicherte sie. (mb)