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EU-Kommision setzt Spanien Ultimatum

27.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission hat die spanische Regierung mit einem Ultimatum aufgefordert, das nationale Telefonnetz stärker für Konkurrenten zu öffnen. Bestehende Wettbewerbshindernisse müssen binnen zweier Monate beseitigt sein, allenfalls droht eine Anklage vor dem europäischen Gerichtshof. Nach dem Willen der Wettbewerbshüter soll die spanische Telefongesellschaft Telefonica von der Regierung dazu verpflichtet werden, den monatlichen Grundpreis für ihre Kunden so zu erhöhen, dass Mitbewerber ihre Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können.

Bislang verlangt Telefonica für die Miete der Endkundenleitungen von der Konkurrenz 13 Euro und damit deutlich mehr als die 10,41 Euro, die sie ihren eigenen Kunden berechnet. Zwar hat der spanische Carrier mit der Regierung kürzlich eine Vereinbarung getroffen, wonach der Endkundenpreis künftig schrittweise angehoben werden soll. Die EU-Kommission hält diese Regelung jedoch nicht für ausreichend, da der monatliche Mietpreis für Konkurrenten bis zum Jahr 2003 immer noch unter dem für Telefonica-Kunden liegen wird.