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EU-Kartellverfahren: Microsoft stellt sich Anhörung

30.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Softwareriese Microsoft will sich in dem laufenden EU-Kartellrechtsstreit nun doch einer Anhörung stellen. Dies berichtet zumindest das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Firmenkreise. Vor zwei Jahren hatte die Gates-Company ein Hearing noch abgelehnt. Der Konzern zog es stattdessen vor, seine Argumente gegen die Vorwürfe der Wettbewerbshüter in schriftlicher Form vorzutragen.

Im Rahmen des im August 2001 initiierten Verfahrens wirft die EU-Behörde dem Redmonder Softwareriesen vor, er nutze die dominierende Position seines PC-Betriebssystems Windows aus, um seine Marktposition in anderen Bereichen, etwa Lowend-Server oder Media-Player, zu Lasten des Wettbewerbs zu steigern. Im schlimmsten Fall drohen Microsoft bis zu drei Milliarden Dollar Strafe sowie eine Aufforderung, den Lieferumfang seiner Windows-Produkte zu verändern.

Antitrust-Experten werten Microsofts Entscheidung als neuen Schachzug, um seine Position für eine mögliche Revision vor dem europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu verbessern. Da bei einer Anhörung auch Antitrust-Experten aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten anwesend sind, sei die Gates-Company zudem in der Lage, ihren Standpunkt besser zu verteidigen. (mb)