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EU-Erstschlag gegen Spam

03.01.2006
Ein Brite gewinnt einen richtungsweisenden Prozess gegen eine Direktmarketing-Firma.

Als kleinen Schritt mit weit reichenden Folgen für die Spam-Szene ist eine Gerichtsentscheidung in Großbritannien zu werten: Der Brite Nigel Roberts erhält vom Direktmarketing-Dienstleister Media Logistics 300 britische Pfund, umgerechnet 437 Euro, weil ihm das Unternehmen unverlangt E-Mail-Werbung zugesendet hat. Damit ist vermutlich erstmals in der EU ein Spam-Fall entschieden worden, bei dem sich der Kläger auf die E-Privacy-Direktive der EU berufen hat.

Zwar hatte sich das Unternehmen ursprünglich bei Roberts entschuldigt, jedoch war die geforderte Zahlung einer Entschädigung verweigert worden. Daraufhin reichte der Brite eine symbolische Klage auf 300 Pfund Schadensersatz ein. Der Fall war bereits im Oktober entschieden worden, die Höhe der Kompensation sollte in der ersten Januar-Woche festgesetzt werden. Dieser Entscheidung hat das beklagte Unternehmen Ende Dezember mit einer außergerichtlichen Einigung über 300 britische Pfund vorgegriffen. (ajf)