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EU behält Passport und Palladium im Auge

03.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Datenschutzbeauftragten der Europäischen Union (EU) wollen weiter prüfen, ob Microsofts SSO-Service (Single-Sign-On) Passport den europäischen Richtlinen genügt. Demnach bezweifeln sie vor allem, dass die Nutzer ausreichend über die Verwendung ihrer Daten aufgeklärt werden. Die Prüfung sei jedoch keine formelle Untersuchung. Solche Untersuchungen werden erst eingeleitet, wenn sich klarere Hinweise auf Verstöße gegen EU-Recht ergeben, sagte der Vorsitzende der Internet-Task-Force, Stafano Rotoda. Bevor es dazu komme, setze man auf einen Dialog mit Microsoft.

Unter Beschuss geriet auch Microsofts Sicherheitsinitiative "Palladium". Die Wettbewerbskommission der EU befürchtet, dass die Interoperabilität von Windows zu anderen Systemen einschränkt wird und zum Bespiel über den Chip verschlüsselte Daten unter Linux nicht lesbar sind. Auch die Frage von Palladium-Lizenzen müsse geklärt werden. Werden diese kostenpflichtig, muss in Zukunft jeder Gebühren an Microsoft zahlen, der Daten mit Windows-PCs austauschen will. (lex)