IT-Manager wetten

Etablierte Unternehmen brauchen Startups

04.05.2018
Von Carsten Priebs
Carsten Priebs wettet, dass in fünf Jahren Unternehmen ohne ­Startup-Kultur in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden.
Carsten Priebs, Head of IT-Masterplan Management Office und Deputy CIO at DB Netz AG, Deutsche Bahn Group
Carsten Priebs, Head of IT-Masterplan Management Office und Deputy CIO at DB Netz AG, Deutsche Bahn Group
Foto: Carsten Priebs

Die Digitalisierung verändert Marktstrukturen nachhaltig - das wird allgemein als Disruption bezeichnet. Der Innovationsbedarf der Unternehmen ist immens, wenn sie nicht vom Markt verschwinden oder in eine Nische gedrängt werden wollen. Die Innovationsfähigkeit aber ist insbesondere durch Mangel an Mitarbeitern mit den nötigen technischen Fähigkeiten und frischen Ideen wie auch durch althergebrachte Unternehmenskulturen begrenzt.

Startup-Initiativen sind deshalb notwendig, um sowohl die technische und kommer­zielle Basis zu schaffen als auch einen Wandel der Kultur zu bewirken. Innovationen, die nur Bestehendes weiter optimieren, sind nicht groß genug gedacht: Die Struktur der Märkte wird durch völlig neue digitale Angebote verändert - eine massive Bedrohung, aber auch Chance für bestehende Unternehmen.

Ist es aber denn wirklich nötig, den vielen bisher schon erschienenen Artikeln zur Digitalisierung einen weiteren hinzuzufügen? Insbesondere in den IT-Abteilungen erntet man mit dem Begriff oft genervtes Augenrollen - "Nicht schon wieder...". Und genau deshalb! Wäre ich Raucher, würde es mich auch nerven, ständig zu hören, wie schlecht Rauchen ist. Und trotzdem wäre es sinnvoll, mich so lange damit zu belästigen, bis ich endlich aufhöre.

Was Digitalisierung bedeutet

In diesem Sinne soll dieser Artikel einen Anstoß geben, endlich groß zu denken und all die umfassenden Maßnahmen einzuleiten, die einige Unternehmen bereits angegangen sind. Und er soll noch einmal herausstellen, dass Digitalisierung nicht etwas ist, was die IT ja schon seit Langem macht - nur jetzt vielleicht mit neueren Werkzeugen und anderen Endgeräten. Digitalisierung ist eben nicht die Einführung eines Intranets oder die Optimierung interner Prozesse.

Auch das Entwickeln einer App, die das Produktsortiment eines Werkzeugherstellers anzeigt, ist hier nicht gemeint. Wenn in dieser App allerdings das Verleihen der Werkzeuge zwischen Handwerkern ermöglicht wird - dann kommen wir der Sache schon näher.

Kurz ein paar Fakten

Es gibt Gewinner und Verlierer. Gewonnen haben Spotify, Paypal, Airbnb. Nicht so gut lief es für Nokia, Brockhaus, Kodak. Eine direkte Gegenüberstellung macht die Dynamik deutlich: 2004 dominierten Quelle und Neckermann bei einem europäischen Gesamtumsatz von 7,5 Milliarden Euro den Versandhandel in Deutschland mit über 30 Prozent Marktanteil, während Amazon zu diesem Zeitpunkt in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan bei drei Milliarden Dollar Umsatz lag.

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Acht Jahre später ging Neckermann.de in die Insolvenz, und Amazons Deutschland-Umsatz war auf neun Milliar­den Dollar gewachsen - und lag 2016 weltweit bei 140 Milliarden Dollar. In dieser Zeit hat sich Amazon vom Online-Buchhändler zum zentralen digitalen Ecosystem gewandelt und greift heute auf völlig anderen Märkten an: Auge in Auge mit Netflix wird Fernsehen neu definiert.

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Foto: cio.de

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