Smartwatch LG G Watch R W110 im Praxis-Dauertest

Es war Liebe auf den zweiten Blick

09.04.2015
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
Rund zwei Monate konnten wir die LG G Watch R nun im Test auf Herz und Nieren prüfen. Mehr wie die Technik beschäftigte uns dabei immer wieder die Frage: Braucht der Mensch eine Smartwatch wirklich, oder ist es das Wearable nur ein nettes Gadget?
Die LG-Watch wartet mit einem gut ablesbaren Display auf.
Die LG-Watch wartet mit einem gut ablesbaren Display auf.
Foto: Hill/Jeschke

Über die Optik der LG-Smartwatch ist im Netz bereits viel geschrieben worden, weshalb wir an dieser Stelle über das Design nicht viele Worte verlieren wollen. Ja, sie hat sicherlich nicht die Nobless einer klassischen etwas teueren Armbanduhr. Sportlich dürfte wohl die treffendste Aussage sein. Doch zur Technik. Das runde Display der Uhr konnte uns in Sachen Ablesbarkeit und Auflösung überzeugen.

Auch die Standhaftigkeit des Akkus, bei vielen Smartwatches ein Kritikpunkt, gab keinen Anlass zur Kritik: In unserem Test hielt die LG-Uhr rund 44 Stunden durch, wobei wir das Display im Ruhezustand nicht ausschalteten. Damit kann auf die Mitnahme des Ladegerätes auch bei zweitägigen Dienstreisen verzichtet werden.

Android Wear als Schaltzentrale

Über die App Wear wird die Smartwatch per Smartphone konfiguriert.
Über die App Wear wird die Smartwatch per Smartphone konfiguriert.
Foto: Hill

Doch der Reihe nach: Die erste Begegnung mit der LG verlief eher unspektakulär. Zuerst muss auf dem Smartphone (in unserem Fall ein Nexus 5) die Software Android Wear installiert werden. Danach können dann Smartphone und Uhr per Bluetooth gepairt werden. Über Android Wear selbst können dann quasi remote die wichtigsten Parameter der Uhr eingestellt werden. So etwa, ob die Uhr ein klassisches Ziffernblatt, ein Foto oder ein einfacheres Display anzeigen soll.

Ebenso kann hier eingestellt werden, wie die Uhr Sprachbefehle verarbeitet. Teilweise sind die Einstellungen in der App etwas schwer zu finden. Zudem lassen sich nicht alle Einstellungen remote bewältigen, so dass sie am Gerät vorgenommen werden müssen. Anfangs dürfte diese für den ungeübten Nutzer ein ziemliches Gefummel sein, da der Touchscreen der Uhr zum Wischen ziemlich genau auf 3, 6, 9 oder 12 Uhr getroffen werden muss. Damit war die Einrichtung eigentlich schon abgeschlossen.

Grundsätzlich sollte sich der Smartwatch-User aber verinnerlichen, dass bei Android-Wear-Geräten die Uhr als eine Art Remote Control fungiert und die eigentliche App auf dem Smartphone läuft und dieses auch die Rechenleistung übernimmt. Während des Tests erhielt unsere Uhr ein Update und lief schließlich mit Android Wear 5.0.1.

In den ersten Tagen nach der Installation kam allerdings mit der Uhr keine Rechte Begeisterung auf. Eingehende Mails wurden nicht auf der Uhr signalisiert und die Auswahl der Apps erschien eher bescheiden. Langsam aber sicher stellte sich bei dem Tester die Sinnfrage, was denn eine Smartwatch nun wirklich bringt? Etwas Herzfrequenz messen und auf Dienstreisen die gelaufenen Schritte zählen? Sollte dies wirklich alles sein?