Elektronik-Forschung

Erlanger Fraunhofer-Institute feiern 25. Geburtstag

19.07.2010
Am Dienstag feiert das Fraunhofer-Institut IIS gemeinsam mit seinem Schwesterinstitut IISB sein 25. Jubiläum. Bekannt wurde das IIS durch die Erfindung des mp3-Formats.

Einen mp3-Player hat heute fast jeder. Dass der Standard in Erlangen entwickelt wurde, wissen hingegen nur wenige. "Das war damals ein Kampf auf Messers Schneide!" Die Erleichterung, dass sich die durchgearbeiteten Nächte ausgezahlt haben, ist Heinz Gerhäuser deutlich anzumerken. Jahrelang hatten der Leiter des Fraunhofer-Instituts IIS und sein Team getüftelt, programmiert und mit Kollegen aus aller Welt über Standards gestritten. Das Ergebnis made in Erlangen dudelt heute in jedem Kinderzimmer aus den Lautsprecherboxen: mp3-Dateien. An diesem Dienstag feiern das IIS und sein Schwesterinstitut IISB ihren 25. Geburtstag.

Aus der Forschungslandschaft sind die beiden Institute mit ihrem Schwerpunkt auf Mikroelektronik nicht mehr wegzudenken. Vereinfacht gesagt: Die einen entwickeln die Grundlagen, die anderen bauen aus den Chips ein fertiges Produkt. So ist das kleinere IISB in der Simulation der Herstellungsschritte von integrierten Schaltungen weltweit führend und hält in der Leistungselektronik sogar einen Weltrekord bei der Energiedichte. Das IIS hingegen hat sich auf die Herstellung mikroelektronischer Systeme und Geräte sowie die dazu notwendigen integrierten Schaltungen inklusive der Software verlegt.

"Mit der Uni und den beiden Instituten haben wir die größte Konzentration an mikroelektronischer Forschung in Deutschland", erläutert IISB-Leiter Lothar Frey. Mehr als 1000 Wissenschaftler tummeln sich hier und bringen mit ihrer anwendungsorientierten Forschung nicht nur ortsansässige Unternehmen voran.

Das IIS hat sich dank der Erfindung von mp3 inzwischen mit gut 750 Mitarbeitern und einem Budget von 100 Millionen Euro zum größten Institut der gesamten Fraunhofer-Gruppe gemausert. Und die Entwicklung ist noch nicht zu Ende, ist sich Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis sicher. "Man merkt ganz deutlich den Geist in den beiden Instituten, der ist von Neugier, Energie und Engagement geprägt."

Damit stehen die Chancen gut, dass weitere Erfindungen folgen. Denn immer wieder haben die Fraunhofer-Forscher brillante Ideen, die sich auch in gutes Geld ummünzen lassen. So entwickelte das IISB erfolgreich neue Halbleiter für elektronische Funktionen, die am Ende etwa dem Motor in einem Elektroauto den Strom aus der Batterie zur Verfügung stellen. Das Ergebnis können die Wissenschaftler künftig noch besser überprüfen: Am Dienstag wird auch ein neues Testzentrum für die elektronischen Komponenten von Elektroautos eingeweiht.

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