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Ericsson rutscht tiefer in die Verlustzone

18.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson verfehlte im dritten Quartal mit einem Vorsteuerverlust von 427 Millionen Euro die Erwartungen der Analysten. Die Finanzexperten hatten im Schnitt mit einem Minus von 394 Millionen Euro gerechnet. Das Nettodefizit lag mit 614 Millionen Euro deutlich über dem Minus von 474 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte Ericsson einen Fehlbetrag von rund 370 Millionen Euro ausgewiesen (Computerwoche online berichtete). Wie das Stockholmer Unternehmen mitteilte, belasteten unter anderem Restrukturierungskosten in Höhe von 460 Millionen Euro das aktuelle Ergebnis. So wurden im dritten Quartal 4500 Stellen abgebaut, bis Ende des Jahres will Ericsson die Zahl der Belegschaft von inzwischen 71.700 auf 60.000 Mitarbeiter reduzieren.

Im aktuellen Berichtszeitraum erwirtschaftete das finanziell angeschlagene Unternehmen mit 3,67 Milliarden Euro rund 29 Prozent weniger Umsatz als die 5,15 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang brach um 46 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro ein.

Der Branchenprimus schätzt, dass der Markt für Mobilfunk-Equipment in diesem Jahr um 20 Prozent schrumpfen wird. Der Rückgang soll sich noch ins nächste Jahr fortsetzen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Dennoch ist Ericsson-Chef Kurt Hellström optimistisch, dass sein Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückkehren wird. (mb)