Netzwerktransformation

Erfolgsfaktoren für die Office-365-Einführung



Als Area Director CEE verantwortet Mathias Widler bei Zscaler die Geschäftsentwicklung in Zentral- und Osteuropa. Umfangreiche Sicherheitsexpertise bringt er durch seinen Werdegang bei Sicherheits-Hard- und Software-Anbietern mit.
Überlastete Netze, Bandbreitenprobleme und hohe Latenzen sind häufig die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Office-365-Einführung. In fünf Schritten lassen sich diese Probleme beheben.

Office 365 gehört mittlerweile weltweitzu den populärsten SaaS-Angeboten (Software as a Service). Unternehmen erhoffen sich von der Implementierung mehr Produktivität, schlankere Prozesse und reduzierte Kosten. Die Realität indes sieht oft anders aus, gerade wenn der Einsatz von Office 365 ohne eine Transformation des Unternehmensnetzwerkes einhergeht.

Oft heißt es nach der Office-365-Einführung: bitte warten!
Oft heißt es nach der Office-365-Einführung: bitte warten!
Foto: Joe Belanger - shutterstock.com

Dies ergab die aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Techvalidate "Challenges und Opportunities in Enterprise Office 365 Deployments", die von Zscaler, in Auftrag gegeben wurde. Befragt wurden 200 IT-Entscheider aus großen und gehobenen mittelständischen Unternehmen hinsichtlich ihrer Erfahrungswerte vor und nach der Implementierung der Microsoft-Lösung.

Eine erfolgreiche Office 365 Migration benötigt eine Transformation des Unternehmensnetzwerkes
Eine erfolgreiche Office 365 Migration benötigt eine Transformation des Unternehmensnetzwerkes
Foto: Zscaler, Inc.

Demnach klagen nach der Umstellung auf die Cloud-basierten Office-Anwendungen viele Mitarbeiter über Probleme mit hohen Latenzen und mangelnder Bandbreite beim Zugriff auf Anwendungen und Daten.

Das Problem: Die Mehrheit der befragten Unternehmen halten trotz neuer Bandbreitenanforderungen von Office 365 an traditionellen Netzwerkansätzen fest und kämpfen daraufhin mit überlasteten Leitungen. Dazu zählt für 69 Prozent beispielsweise eine Erhöhung der Bandbreite für das existierende Hub-and-Spoke-Netzwerk oder ein Upgrade der Firewall (65 Prozent).

Netzwerktransformation als Erfolgsrezept

Um solche Probleme in den Griff zu bekommen und die Vorteile einer Office-365-Implementierung voll ausschöpfen zu können, greifen 70 Prozent der Unternehmen auf weiter Möglichkeiten zurück.

Dazu gehören direkte Internet-Anbindungen für Zweigstellen und Niederlassungen, um den Datenverkehr in das zentrale Netzwerk zu entlasten und die Performanz im Einklang mit den Empfehlungen von Microsoft zu verbessern.

Zudem erwägen Unternehmen neue Ansätze für eine intelligente Verteilung der Bandbreite, um geschäftskritischen Anwendungen Vorrang vor anderem Datenverkehr mit hohem Bandbreitenbedarf, wie Streaming Media, Facebook oder Spieleseiten, einzuräumen.

Erfolgsfaktoren einer Office-365-Einführung

Aufbauend auf den Erfahrungswerten der Studie wird deutlich, dass im Zuge einer Office-365-Implementierung eine Transformation des Unternehmensnetzwerkes unerlässlich ist. Zu einem Projekterfolg tragen die folgenden fünf Faktoren bei:

  1. Unternehmen müssen bereits in der Planungsphase eine rasche Verfügbarkeit der Anwendungen aus der Wolke sicherstellen. Nicht nur aus der Unternehmenszentrale, sondern auch aus allen Niederlassungen müssen schnelle Anbindungen an die Microsoft-Rechenzentren gewährleistet sein.
    Der schnellste Weg zu Office 365 führt durch die Cloud, die einen sicheren, lokalen Zugang von jedem Unternehmens- oder sogar Mitarbeiterstandort aus ins Internet ermöglicht.
    In einem ersten Schritt sollte also die Netzwerkarchitektur angepasst werden, um die Anwenderzufriedenheit durch einen performanten Zugriff zu garantieren.

  2. Für einen zusätzlichen Performance-Boost sorgt ein direktes Peering mit Microsoft an deren Hub-Rechenzentren durch einige Anbieter. Durch die Verringerung der Hops, welche die Datenakete vom Anwender bis in die Microsoft-Cloud durchlaufen müssen, kann die Round Trip Time (RTT) auf unter zwei Millisekunden gesenkt werden.
    Die Mitarbeiter eines Unternehmens profitieren von dem optimierten Pfad beim Zugriff auf Office-Anwendungen wie Outlook, Sharepoint oder Skype for Business, weil keine Latenz in Kauf genommen werden muss.
    Grundlage dieser Vorgehensweise sind weltweit vorhandene Peering-Points zu Microsoft, auf die Unternehmen in der Planungsphase achten sollten.

  3. Für die Sicherheit und Skalierbarkeit beim lokalen Zugang ins Internet von jedem Standort, sorgt darüber hinaus ein Sicherheitsansatz mit Cloud-basierten Next Generation Firewalls.
    Office 365 ist eine sehr Netzwerk-intensive Business Suite, da jede Anwendung parallele Verbindungen ins Netzwerk unterhält. Pro Anwender fallen zwischen 12 bis 20 dauerhaft bestehende Connections an, wodurch auch die Anzahl der Sessions in der Firewall in die Höhe schnellt und dort nicht nur NAT-Tabellen (Networkd Address Translation) an ihre Grenzen bringen kann.
    Unternehmen müssen evaluieren, ob ihre aktuelle Infrastruktur aus Firewalls, NAT-Routern, Load Balancern und anderen aktiven Komponenten diesem Datenaufkommen gewachsen ist und gegebenenfalls auch hier auf eine Cloud-basierte Lösung wechseln.
    Ein solcher Lösungsansatz bietet die für Office 365 nötige Elastizität und macht darüber hinaus den Verwaltungsaufwand für Firewall-Hardware obsolet.

  4. Dem Office-365-Datenverkehr sollte durch ein Bandbreiten-Management Priorität eingeräumt werden können.
    Solange geschäftskritische Anwendungen wie Office 365 mit Bandbreiten-intensiven Streaming-Anwendungen wie Youtube oder Netflix konkurrieren, besteht die Gefahr verstopfter Leitungen und damit einhergehende Unzufriedenheit der Anwender.
    Unternehmen sollten also in der Lage sein, Office-Anwendungen hinsichtlich der notwendigen Bandbreite Vorrang einzuräumen, aber auch bei anderen Anwendungen granulare Einstellungen vornehmen können, deren Aktivität im Tagesverlauf variiert.
    Für entsprechende Priorisierung sorgen Tools für das Management der Bandbreite im Netzwerk.

  5. Nicht zuletzt muss die Sicherheit der Anwender beim Zugriff auf das Internet von jedem Standort aus garantiert werden.
    Die IT-Abteilung wird entlastet, wenn ein zentralisiertes und automatisiertes Sicherheitsmanagement vorhanden ist. Lösungen, die hier für einen geringen Wartungsaufwand sorgen und damit Office 365 im Streben nach Effizienz optimal ergänzen, sind Cloud-basiert.
    Die Sicherheits- und Compliance-Policies können somit zentral verwaltet werden und folgen dem mobilen Anwender auch auf Reisen. Somit wird der sichere Zugriff auch unterwegs gewährleistet. (haf)