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Eon verkauft Anteile an Bouygues Telecom

20.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon will für 1,1 Milliarden Euro seinen knapp 16-prozentigen Anteil an dem französischen Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom veräußern. Käufer ist der Mehrheitseigentümer Bouygues, der derzeit 67,1 Prozent der Aktien hält. Abhängig davon, inwieweit die übrigen Mitgesellschafter ihre Vorkaufsrechte ausüben, klettert die Höhe der Beteiligung nach der Transaktion auf 80 bis 83 Prozent.

Die Übernahme soll in zwei Schritten ablaufen: Zunächst erwirbt Bouygues für knapp 400 Millionen Euro 5,8 Prozent an dem Mobilfunkunternehmen. Für die restlichen 10,1 Prozent kann der französischen Mischkonzern zwischen April 2003 und Oktober 2005 eine Call-Option ausüben. Eon wiederum hat das Recht, die Anteile von Oktober 2005 bis Februar 2007 an Bouygues abzugeben. Der Ausübungspreis für beide Optionen beträgt jeweils fast 670 Millionen Euro, zusätzlich wird dieser Betrag ab Übertragung der ersten Tranche marktüblich verzinst. Summa summarum wird Eon nach eigenen Angaben mit der Transaktion einen Buchgewinn von rund 800 Millionen Euro erzielen, etwa 300 Millionen Euro davon in diesem Jahr.

Mit der Abgabe der Anteile setzen die Düsseldorfer die Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie fort. Bis auf eine Beteiligung an dem österreichischen Mobilfunkunternehmen Connect Austria hat der aus dem Zusammenschluss von Veba und Viag hervorgegangene Konzern inzwischen sämtliche Beteiligungen an TK-Unternehmen wieder abgestoßen und dabei rund 24 Milliarden Euro erlöst - bei ursprünglichen Investitionen von zirka zwölf Milliarden Euro. (mb)