Entwickler warten erst einmal auf Windows 95 IBM-Executives erzielten mit Warp-Kampagne nur Teilerfolg

02.06.1995

SAN MATEO (IDG) - Insgesamt 136 Topmanager der IBM Corp., Armonk, New York, haben sich in den vergangenen anderthalb Monaten hoechstpersoenlich um Entwicklerakzeptanz fuer OS/2 Warp bemueht. Das Ergebnis ist mager, laesst aber hoffen.

Wie ein Unternehmenssprecher der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" verriet, war immerhin jeder zweite der rund 1200 angesprochenen Entwickler an einem Folgegespraech mit den Softwaretechnikern der IBM interessiert. Nur sechs Prozent haetten klipp und klar gesagt, eine Entwicklung fuer OS/2 komme fuer sie nicht in Frage. Die restlichen 44 Prozent zoegen es derzeit vor, "neutral" zu bleiben. Im Klartext: Sie wollten erst einmal abwarten, wie "Windows 95" bei den Anwendern ankomme.

Anfang April hatte IBM-Chef Louis Gerstner seine leitenden Angestellten aufgefordert, je zehn Windows-Entwickler von den Vorzuegen des eigenen PC-Betriebssystems zu ueberzeugen (vgl. CW Nr. 14 vom 7. April 1995, Seite 1). Gleichzeitig brachte der blaue Riese das von der One Up Corp. entwickelte "Source Migration Analysis Reporting Toolset" (Smart) auf den Markt, mit dem sich Windows-Anwendungen in OS/2-Code ueberfuehren lassen. Die erhoffte Nachfrage blieb bislang jedoch aus.