BMFT-ad hoc-Ausschuß "Ausbildung von DV-Fachkräften" gibt Abschlußbericht

Ende der DV-Ausbildungs-Misere nicht in Sicht

10.10.1975

BONN - Für den Abschluß-Bericht "Empfehlungen für den Ausbau der DV-Ausbildung" des Ad Hoc-Ausschusses "Ausbildung von DV-Fachkräften" beim Bundesministerium für Forschung und Technologie, der in den nächsten Wochen veröffentlicht werden soll, kamen - wie CW vorab erfahren konnte - die BMFT-Berater am letzten Freitag zu dem Ergebnis, daß die in den Jahren 1973 bis 1978 durch DV-Ausbildung mit festen Abschlüssen zu deckende Personalnachfrage von insgesamt 149000 DV-Fachkräften nur zu 59,9 Prozent durch das bestehende Ausbildungsangebot abgedeckt werden kann. 1973 bis 1978 wird . es nur 89 200 Absolventen von DV-Ausbildungsstätten mit festen Ausbildungsgängen geben, - darunter 6500 Hochschul-Absolventen (27,7 Prozent des Bedarfs) 3000 Fachhochschulabsolventen (11,5 Prozent des Bedarfs) und 79 700 nichtakademisch Ausgebildete (80,1 Prozent des Bedarfs).

Zuwenig praxis-orientierte Ausbildung

Aber auch bei diesen außerhalb der Hoch- und Fachhochschulen Auszubildenden gibt es alarmierende Unterdeckungen. Für die Anwendung in Wirtschaft und Verwaltung wären - so das offizielle Zahlenwerk der Bonner Bildungsberater - 73100 fachspezifische Ausbildungsabschlüsse erforderlich (DV-Kaufmann, Betriebswirt-DV, DV-Fachwirt, Wirtschaftsinformatiker und Industriekaufmann, Verwaltungslehre und kaufmännische Lehre mit Schwerpunkt DV), indes diese Sollzahlen werden nur zu 31,2 Prozent (22 800 Abschlüsse) erreicht werden.

Zeitbombe tickt

Fazit der Experten: "Die gegenwärtige Struktur der DV-Ausbildung ist nur zum Teil geeignet, den sich ergebenden Anforderungen gerecht zu werden". Die im 2. DV-Förderprogramm der Regierung gesetzten Ziele wurden also nicht erreicht. So wurden von für 1971 bis 75 insgesamt eingeplanten 162 Millionen Mark für DV-Berufsbildungszentren lediglich 42 Millionen ausgegeben. Für das 3. DV-Regierungsprogramm wird gar eine ersatzlose Streichung der Mittel befürchtet.

Mit der Veröffentlichung dieses dem Ministerium sicherlich nicht sehr genehmen Berichtes tickt in Bonn eine Zeitbombe. -m