RHEL, openSUSE, SLES, Ubuntu & Co.

Empfehlenswerte Linux-Distributionen für Server

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.

Ubuntu Server mit MAAS-Unterstützung

Ubuntu ist in erster Linie für seine Desktop-Distribution bekannt und der Shooting-Star der vergangenen Jahre. Das von Canonical gesponserte Projekt stellt aber auch eine Servervariante zur Verfügung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Administratoren müssen sich bei Ubuntu überlegen, wie lange der Server im Einsatz sein soll beziehungsweise welchen Wert man auf Sicherheits-Updates legt. Die April-Ausgabe von geraden Jahreszahlen enthalten Langzeitunterstützung von fünf Jahren. Alle anderen Versionen werden 9 Monate lang unterstützt.

Aktuell sind Ubuntu 15.10 und die LTS-Variante (Long Term Support) 14.04 "Trusty Tahr". Aber auch Ubuntu 12.04 wird derzeit noch mit Updates versorgt. Für Unternehmen sind die Nicht-LTS-Varianten für den produktiven Einsatz eher uninteressant.

Ubuntu 14.04 LTS bringt OpenStack 2014.1 (Icehouse) mit sich. Weiterhin befindet sich Xen 4.4 an Bord. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Xen-Hypervisor 32-Bit-Architekturen seitens der CPU nicht mehr unterstützt. Sie können allerdings weiter 32-Bit-Dom0 auf einem 64-Bit-Hypervisor betreiben. Ebenso enthalten sind Ceph 0.79, Libvirt 1.2.2, MAAS 1.5 und Juju 1.18.1.

Ubuntu 14.04 bietet weiterhin offizielle Unterstützung für MySQL 5.5. Viele andere Distributionen sind per Standard auf das kompatible MariaDB umgestiegen. Ubuntu bietet neben MySQL 5.5 auch optional MariaDB 5.5 und MySQL 5.6 an.

Ubuntu unterstützt schon länger UEFI Secure Boot. Somit lässt sich das Betriebssystem auch auf Rechnern installieren, die mit aktiviertem UEFI Secure Boot betrieben werden sollen.

Ubuntu Server setzt in Sachen Virtualisierung unter anderem auf KVM. Der Virtual Machine Builder soll Administratoren das Erstellen von virtuellen Instanzen vereinfachen. Weiterhin ist Qemu 2.0.0 verfügbar. Wegen Inkompatibilitäten lassen sich virtuelle Maschinen, die unter Ubuntu 12.04 erstellt wurden, nicht live auf 14.04 migrieren.

Angenehm an Ubuntu Server ist, dass die Entwickler auf jeglichen Schnickschnack verzichten und somit den Ansprüchen eines reinen Servers gerecht werden. Auch die für Ubuntu unkomplizierte Firewall ufw ist vorhanden, und Administratoren können schnell Zugriffsregeln aktivieren oder einrichten. Teilweise ist der Assistent aber zu rudimentär. Eine Möglichkeit, die IP-Adresse während der Installation zu vergeben, sollte schon vorhanden sein.

Der Ubuntu Server gilt als solide und stabil. Nicht umsonst bieten Firmen wie Dell Server mit diesem Betriebssystem an. Die Firma hinter Ubuntu, Canonical, bietet für Ubuntu Server professionelle Unterstützung an. Ubuntu Advantage bekommen Sie für einen Standard-Server für 700 US-Dollar pro Jahr.

Mittlerweile gibt es auch ARM-Unterstützung für Ubuntu Server. ARM-CPUs werden auch in den Server-Räumen immer interessanter und als einer der ersten Server-Anbieter für ARM hat sich hier Canonical derzeit einen kleinen Vorteil verschafft. Sie finden weitere Informationen in den Veröffentlichungshinweisen.