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Eltern ohne Internetkenntnisse blockieren die Zukunftschancen ihrer Kinder

29.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einer Untersuchung der London School of Economics (LSE) zufolge schaden Eltern, die keine Ahnung vom Internet haben und ihren Kindern auch keine Hilfestellungen etwa bezüglich Sicherheitsfragen geben können, ihren Zöglingen. Durch ihre Unwissenheit würden sie dazu beitragen, dass ihre Kinder Nachteile im Umgang mit Computern und so mit modernen Formen der Wissensaneignung erfahren.

Die LSE hat 1511 Jugendliche im Alter von neun bis 19 Jahren und 906 Eltern befragt. Sonia Livingstone, Professorin für Sozialpsychologie an der LSE, sagte zu den Umfrageergebnissen, je mehr Kinder heutzutage Informationen aus dem Internet bezögen oder ihre Hausaufgaben auf Recherchen aus dem WWW bauten und im weitesten Sinn Karriereanstöße aus dem weltweiten Netz empfingen, desto "wichtiger ist auch der Aspekt, dass einige dieser Kinder nicht die gleichen Chancen haben." Heranwachsende, die das Internet nicht zu ihrem Vorteil nutzen können, würden daraus resultierende negativen Folgen sowohl in ihrer Ausbildung als auch bei Bewerbungen für spätere Jobs zu spüren bekommen.

Die Studie konnte auch belegen, das die Unkenntnis darüber, wie man sich als Surfer sicher im Internet bewegt, ebenfalls nachteilig auf Kinder auswirken kann. "Von den Eltern, die wir befragten, konnten 18 Prozent, also fast ein Fünftel, nicht sagen, wie man sicher im Internet surft", erklärte Livingstone. Die Autoren der Untersuchung fürchten, dass aus diesem Grund dem Internet ratlos gegenüberstehende Eltern dazu neigen, ihren Kindern das Surfen im WWW besonders rigoros zu limitieren. Durch Online-Verbote aber behinderten diese besorgten Eltern die Unkenntnis ihrer Kinder nur noch mehr. (jm)