Eine Netzwerktechnik breitet sich aus Ovum-Studie: Intelligente Agenten erobern neue Maerkte

10.06.1994

MUENCHEN (CW) - Unter der Bezeichnung Intelligent oder Smart Agents bahnt sich, glaubt man der Londoner Ovum Ltd., eine Softwarerevolution an. Nach Ansicht der Analysten lassen sich mit diesen heute noch relativ unbekannten Softwaremodulen bis zum Jahr 2000 rund vier Milliarden Dollar verdienen.

Die Ovum-Analysten prophezeien den Smart Agents atemberaubende Zuwachsraten. So sollen sich die fuer 1994 geschaetzten Umsaetze von 118 Millionen Dollar in zwei Jahren mehr als vervierfachen (476 Millionen), um sich dann bis zum Jahr 2000 noch einmal nahezu zu verzehnfachen.

Diesen Optimismus begruenden die Analysten in der Studie "Intelligent Agents: the New Revolution in Software" zum einen mit den ungeheuer breiten Einsatzmoeglichkeiten fuer die neue Technik und mit den entsprechenden Investionen von DV-Konzernen wie AT&T, Apple, HP, IBM und Microsoft. Ausserdem steige der Bedarf nach den Smart Agents mit der Komplexitaet heterogener, vernetzter Umgebungen.

Bei den Agenten handelt es sich um spezialisierte Software-Module, die nach vorgegebenen Regeln aktiv werden. So lassen sie sich beispielsweise auf Netzknoten installieren, wo sie brachliegen, bis sie durch eine Fehlfunktion aktiviert werden und einen genauen Statusbericht an den Netzadminstrator schicken. Die Agenten koennen aber auch so simple Aufgaben erledigen wie das allabendliche Leeren des Windows-Abfalleimers. Manche Agents sind mit Hilfe von KI-Techniken sogar in der Lage, ihr Wissen zu erweitern.