As-a-Service und Consumption-based IT

Ein wichtiger Schritt zur schlanken IT-Organisation

16.09.2020
Anzeige  Über Jahrzehnte hinweg hat sich der IT-Wildwuchs immer schneller ausgebreitet. Mit den neuen „As-a-Service“-Angeboten könnte sich das Chaos etwas lichten. Wir haben bei CIOs namhafter Unternehmen nachgefragt, welche Erfahrungen sie damit bereits gemacht haben.

Mit "As-a-Service" begann vor 20 Jahren der Siegeszug des Cloud Computing. Vor allem in den Bereichen Finanzen, CRM und HR startete die Idee von "No Software", aus der später dann "No Infrastructure" wurde. Heute kann man sagen, dass es bereits eine "IT-as-a-Service"-Infrastruktur gibt, in der alle IT-Bereiche als Service genutzt werden können. Diese modernen "As-a-Service-Angebote" zeichnen sich dadurch aus, dass sie in einer standardisierten Form flexible Kosten- und Nutzungsmodelle anbieten. Das hat bei vielen Unternehmen und deren IT-Organisationen zu völlig neuen, einstmals undenkbaren Nutzungsmöglichkeiten geführt.

Consumption-based-Angebote schaffen Freiräume bei den Investitionen und sichern eine einfache Skalierung.
Consumption-based-Angebote schaffen Freiräume bei den Investitionen und sichern eine einfache Skalierung.
Foto: Blackboard - shutterstock.com

Dazu gehört vor allem das Abkoppeln der Anwendungssoftware von der Runtime-Umgebung. Früher begann jede neue Anwendungskonzeption mit der verfügbaren, beziehungsweise erweiterbaren hausinternen Infrastruktur. Doch mit Serverless Computing und Container-technologien wie Kubernetes ist diese enge Verzahnung aufgebrochen und es wurden neue Freiräume geschaffen. Das trifft sowohl bei der Umsetzung neuer Geschäftsanforderungen als auch bei der Wahl der zugrundeliegenden IT-Struktur zu. Dazu braucht es inzwischen auch keine Public-Cloud mehr. Dank moderner Lösungs-Angebote kann es auch eine entsprechend flexible On-Premises-Cloud sein, so wie sie beispielsweise von HPE mit HPE Greenlake angeboten wird.

Wir haben uns bei mehreren CIOs erkundigt, wie sie diese neuen IT-Nutzungsformen einschätzen, was deren besondere Vor- und Nachteile sind und welche konkreten Erfahrungen sie damit gemacht haben.

Das wichtigste vorab: Viele der von uns befragten CIOs haben die neuen "As-a-Service"-Möglichkeiten erkannt und arbeiten mit Hochdruck daran, dem uralten Traum einer schlanken, reibungsfreien IT-Organisation näher zu kommen.

Kostenvorteile und Kostentransparenz

Christian Ammer, CIO der Wirtschaftskanzlei Noer LLP, bringt es kurz und knapp auf den Punkt: "As-a-Service bedeutet für mich Zero IT-Assets (zumindest so wenig wie möglich); wir zahlen gerne für die Nutzung, nicht aber fürs Eigentum." Das bezieht sich laut Ammer dann auch und vor allem auf die neuen Consumption-based On-Premises-Angebote. "Sie schaffen Freiräume bei den Investitionen und sichern eine einfache Skalierung für eine schrittweise, agile Vorgehensweise", lauten seine positiven Erfahrungen.

"Wir zahlen gerne für die Nutzung, nicht aber fürs Eigentum.“ - Christian Ammer, CIO, Wirtschaftskanzlei Noer LLP
"Wir zahlen gerne für die Nutzung, nicht aber fürs Eigentum.“ - Christian Ammer, CIO, Wirtschaftskanzlei Noer LLP
Foto: Konrad Fersterer / www.konradfersterer.com

Peter Janze, Geschäftsführer und CIO bei digital@M, erklärt die As-a-Service-Vorzüge etwas ausführlicher: "As-a-Service-Modelle haben zwei besondere Vorteile: Zum einen bieten sie gute Kostentransparenz und Budget-Planbarkeit, zum anderen ermöglichen sie in Zeiten des Fachkräftemangels mehr Freiraum für die vorhandene IT, sodass diese neue Themen angehen kann." Auch Consumption-based-Angeboten steht Janze positiv gegenüber: "Nutzungsbezogene IT bietet ebenfalls zwei Vorteile: IaaS und PaaS ermöglichen es, direkt und lastabhängig zu skalieren. Speziell im Umfeld von SaaS kommt dann noch eine Kostentransparenz hinzu, denn es ist immer klar, wie hoch der IT-Kostenanteil ist, sodass bei allen Digitalisierungsvorhaben TCO und ROI gut berechenbar sind", sagt er über die Hauptvorzüge.

„As-a-Service-Modelle bieten gute Kostentransparenz und Budget-Planbarkeit." - Peter Janze, Geschäftsführer und CIO, digital@M
„As-a-Service-Modelle bieten gute Kostentransparenz und Budget-Planbarkeit." - Peter Janze, Geschäftsführer und CIO, digital@M
Foto: ITAS

Kostenvorteile und -transparenz ziehen sich wie ein roter Faden durch alle CIO-Antworten bezüglich der Vorteile einer Consumtion-based IT-Infrastruktur. Doch es gibt auch eine Reihe anderer "Nebeneffekte", die sehr wichtig sein können. Gerd Niehage, CIO bei B. Braun Melsungen, weist zum Beispiel daraufhin, dass die Fachbereiche damit weniger Anreize haben, eine Shadow-IT in einer fremden Public Cloud aufzubauen. "Ein schneller und einfacher Zugang zu allen IT-Ressourcen erlaubt eine problemlose Nutzung", so seine Erfahrungen.

Fehlendes Know-how wird extern hinzugenommen

Christian Grotowsky, CIO bei Lekkerland, sieht in As-a-Service-Angeboten eine gute Option, um dem Wildwuchs der Multi-Cloud zu entgehen. Dazu hat er ein handfestes Beispiel aus dem eigenen Betrieb parat: "Wenn wir nicht vor zwei Jahren konsequent auf Office-365 umgestellt hätten, wären wir mit der Corona-Krise in ein ziemliches Chaos geschlittert. Zwar gab es bei uns Homeoffice schon früher, aber nicht in dem Ausmaß, als es praktisch über Nacht bei Ausbruch der Pandemie anfiel. Skalierung und konsequente Umsetzung sind die zentralen Stichworte für eine effiziente Lösung. Kein Fileserver im Rechenzentrum, nur eine einzige Collaboration-Lösung mit MS Teams. Das hat uns sehr viel positives Feedback aus den Fachbereichen beschert."

Sowohl bei As-a-Service als auch bei Consumption-Based-Computing gibt es allerdings einige Faktoren zu beachten. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht isoliert, sondern im Kontext der gesamten IT-Infrastruktur betrachtet und betrieben werden müssen. Das wiederum bedeutet, dass ausreichendes Know-how für die integrierte Nutzung der jeweiligen Teilbereiche vorhanden sein muss. Dieses lässt sich auf drei Wege erreichen:

  1. Aus- und Weiterbildung des eigenen Personals

  2. Neueinstellung entsprechend erfahrener Experten

  3. Einholen von externem Know-how im Bedarfsfall

In der Regel kommen verschiedene Kombinationen davon zum Einsatz. Bei den von uns befragten CIOs zeichnet sich allerdings eine Präferenz für die dritte Variante ab. "Alle Unternehmen sehen sich bei diesen Transformationen den mehr oder minder gleichen Herausforderungen gegenübergestellt", sagt Markus Sontheimer, CIO und CDO der Schenker AG. Also mache es Sinn, das Know-how von externen Partnern ins Boot zu holen. "Das spart Zeit, setzt eigene Ressourcen frei und erlaubt es, dass man sich auf die wesentlichen Business-Aspekte konzentrieren kann", fasst Markus Sontheimer die Ansichten vieler seiner Kollegen zusammen.

"Externes Know-how spart Zeit, setzt eigene Ressourcen frei und erlaubt die Konzentration auf Business-Aspekte.“ - Markus Sontheimer, CIO und CDO, Schenker AG
"Externes Know-how spart Zeit, setzt eigene Ressourcen frei und erlaubt die Konzentration auf Business-Aspekte.“ - Markus Sontheimer, CIO und CDO, Schenker AG
Foto: DB Schenker

Das bestätigen auch Beratungsfirmen wie Accenture. "Wir nutzen bei jedem unserer Projekte die Erfahrungen aus hunderten von ähnlichen Produkten weltweit. Das spart den Kunden Geld und verkürzt die Learning-Kurve ganz erheblich", so der Hinweis von Tobias Regenfuß, Leiter Cloud und Infrastruktur für DACH bei Accenture.

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