Zwischen RZ und Aufnahmestudio

Ein Tag im Leben eines CIO

05.06.2012
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Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.

Der Weg des Files

Andreas König lässt sich von den Mediengestalter-Azubis ihren selbstgedrehten Film zeigen.
Andreas König lässt sich von den Mediengestalter-Azubis ihren selbstgedrehten Film zeigen.

13:59 Uhr: König macht sich auf den Weg ein Stockwerk höher in den Schnittraum. Um 14 Uhr wollen die Mediengestalter-Azubis im zweiten Lehrjahr ihren selbst gedrehten Film "Der Weg des Files" vorführen. "Hier habe ich allen Grund zu loben", grinst der IT-Chef. "Denn die haben den Film fast ganz alleine gemacht." Mit Hilfe ihres Ausbilders Wolfgang Lanzenberger, Leiter Regie und "Urgestein" des Senders, haben die Auszubildenden den Film, der den Weg eines digitalen Video-Files durch den Sender beschreibt, selbst konzipiert, gedreht, geschnitten und kommentiert. Wir sind begeistert. König stellt den angehenden Mediengestaltern konkrete Fragen zum Film, was ihnen am meisten Spaß gemacht hat, lobt. Der Film ist so gut, dass er künftig im Intranet und auch auf der externen Website platziert werden soll.

Am Rückweg sehen wir Daniel Aminati, einen der taff-Moderatoren. Er ist auf dem Weg zur Maske für die bevorstehende Sendung. "Auch ein Bereich, mit dem ich mich hier beschäftige - den die Maske und Requisite gehören zur Herstellung und dieser Bereich wiederum zum CIO. Deshalb weiß ich auch, welche Kosten beispielsweise für Puderpinsel anfallen", scherzt König.

14:32 Uhr: Zurück in Königs Büro. Zeit für ein paar E-Mails.

15:02 Uhr: Bernd Biehler, Leiter Delivery Management und damit verantwortlich für Infrastruktur, Server und Netzwerk-Management, kommt zum Meeting bei König. Er stellt seinem CIO eine Handlungsempfehlung vor, die zufällig zum Notfall des Tages passt: Der Leitungsdienstleister, dessen Sendeleitung heute ausgefallen ist, soll ersetzt werden. Biehler präsentiert die Angebote von fünf alternativen Netzanbietern, erläutert Vor- und Nachteile, empfiehlt dann einen als den besten Kandidaten für ProSiebenSat.1. König stellt noch einige Detailfragen - es geht um Bandbreiten, Rechenleistungen, Glasfaserverbindungen, Kosten, den Uplink zu Astra - und nickt die Empfehlung dann ab.

15:45 Uhr: Wir gehen in den Keller durch viele Sicherheitsschleusen an roten Brandschutztüren vorbei, über denen beleuchtbare Schilder - diesmal mit dem Schriftzug "Inergen geflutet" versehen - angebracht sind. Das sei ein Gas, das Sauerstoff tilge und zur Brandbekämpfung eingesetzt werde. Wenn dieses Schild leuchtet, sei das Betreten der Räume also lebensgefährlich, erfahre ich. König trifft Thomas Schwarz, Leiter Media Base Systems. Er zeigt uns das doppelt ausgelegte Bandarchiv des Senders, in dem etwa 50.000 Stunden Sendematerial auf digitalen LTU-Bändern gespeichert ist. Aus Platzgründen war das Primary und Secondary System in einem Rechenzentrum untergebraucht worden. Um eine höhere Sicherheit zu garantieren, müssen sie aber auch räumlich getrennt werden. König und Schwarz besprechen die Details des Umzugs: wie man die Tape Library in den eigentlich zu klein bemessenen Aufzug bringt, Unebenheiten des Bodens und Vibrationen die bei den empfindlichen Systemen zu beachten sind, wie viel Sendereserve benötigt wird, damit der Umzug störungsfrei stattfinden kann.