Workstyle 2030

Ein Gerät, smart vernetzt und unabhängig

02.07.2018
Von   IDG ExpertenNetzwerk


Sascha Lekic ist seit Juni 2014 Director IM B2B bei Samsung Electronics. Sascha Lekic verfügt über langjährige Expertise in der Mobile Solutions-Branche - insbesondere im Partnergeschäft. Vor seiner Tätigkeit bei Samsung war er unter anderem bei Dell, Lenovo, sowie BlackBerry tätig. Zuletzt leitete Lekic den Commercial Channel bei Apple in München.
Ein Arbeitsplatz, ein Bildschirm und ein Festnetztelefon waren gestern. Heute können wir von fast überall arbeiten und für viele ist der Arbeitsplatz schon jetzt losgelöst von starren Orten und Strukturen. Meist sind wir mit einem einzigen mobilen Gerät arbeitsfähig.

Durch Big Data, Robotik oder künstliche Intelligenz erleben wir gerade einen Wandel der Technologien, aber auch einen, der Berufe, Branchen und ganze Volkswirtschaften verändert. Damit einhergehend wird die Gesellschaft täglich mobiler und digitaler - und darauf muss sich auch die Wirtschaft einstellen.

Ein Arbeitsplatz, ein Bildschirm und ein Festnetztelefon waren gestern. Heute können wir von fast überall arbeiten.
Ein Arbeitsplatz, ein Bildschirm und ein Festnetztelefon waren gestern. Heute können wir von fast überall arbeiten.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Digital Workstyle: Hauptsache unabhängig

Wie werden wir also in Zukunft arbeiten? Es gab und gibt viele Diskussionen darüber wie die Digitalisierung vor allem Arbeitsroutinen beeinflussen wird. Während regelmäßig Skepsis bis hin zu möglichen Beschäftigungsverlusten im produzierenden Sektor die Debatte bestimmen, stehen auf der anderen Seite auch neue Berufsbilder einhergehend mit dem digitalen Wandel.

Der Tenor ist durchaus positiv, zumal für Arbeitnehmer einfache, repetitive Aufgaben wegfallen und sie sich dafür auf neue Aufgaben konzentrieren können. Eines ist selbst ohne den Blick in die Glaskugel schon sicher: Nur die Unternehmen, die am besten auf neue Veränderungen der Wirtschaft und Arbeitswelt durch die Digitalisierung reagieren können, werden langfristig die Gewinner sein, wenn es um den digitalen Arbeitsplatz geht.

Die Unternehmen sind dazu gezwungen, die derzeitigen Wünsche der Mitarbeiter ernst zu nehmen und Megatrends wie Individualisierung, Freizeit und Selbstbestimmung mit zu berücksichtigen. Dabei muss die Selbstverständlichkeit der Technologien im Privatleben auch für die eigene Wertschöpfungskette und den Kundenkontakt bereitgestellt und gewinnbringend genutzt werden.

Smart vernetzte und sichere Arbeitsumfelder sind die Grundvoraussetzungen für die Arbeitswelt von morgen. Daraus entsteht aber auch die Notwendigkeit für Unternehmen, sich strategisch, organisatorisch, kulturell und technisch neu oder zumindest modern aufstellen müssen - nicht dabei zu vergessen: sichere Unternehmensdaten sind das mobile Gut, das es zu schützen gilt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, so eine aktuelle Studie von Crisp Research, wollen schon 75 Prozent der deutschen Unternehmen zunehmend flexibler werden, eigene Arbeitsmodelle anpassen und sich einer neuen Arbeitskultur öffnen. Allerdings glauben nur 40 Prozent der Unternehmen mit der digitalen Innovationsgeschwindigkeit mithalten zu können. So werden Unternehmen aktuell mit drei Herausforderungen konfrontiert, die aus meiner Sicht in der weiteren Diskussion deutlich stärker in den Fokus rücken müssen.

1. Arbeitgeber 4.0: "Digital Workstyle" ist nicht selbstverständlich

Die Arbeits- und Rahmenbedingungen in der neuen digitalen Arbeitswelt müssen klar definiert werden. Zum einen braucht es ein differenziertes Arbeitsrecht, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen schützt. Hierzu muss es klare Strukturen und Leitlinien im Unternehmen geben, die definieren wie die digitale Arbeit im spezifischen Fall organisiert sein wird. Beispielsweise wollen 75 Prozent der Unternehmen zukünftig mit flachen Hierarchien und einer agilen Unternehmenskultur das eigene Geschäft vorantreiben, so ein weiteres Ergebnis der Crisp-Research-Studie. Die Arbeitsplatzausstattung ist hierfür ein wichtiger Grundpfeiler. Ohne eine geeignete IT-Architekturkann der digitale Arbeitsplatz nicht erfolgreich sein. Führungskräfte in Unternehmen gehen jetzt schon davon aus, dass sich die IT-Architektur um den digitalen Arbeitsplatz stark erweitert und zudem immer vernetzter wird. 85 Prozent der Technologien und Lösungen im Digital Workplace werden in Zukunft weiter ausgebaut. Dazu braucht es klare Vorgaben und Strategien. Dessen sind sich die Unternehmen bewusst: Für die Neuausrichtung der mobilen Endgeräte, der Anwendungslandschaft und der Cloud-Infrastruktur erhöhen über 50 Prozent der Unternehmen derzeit ihre Budgets.

2. Erfolgsgarant: Eine offene Unternehmenskultur muss geschaffen werden

Eine zuverlässige technologische Infrastruktur ist eine der Grundvoraussetzungen, um in der digitalen Arbeitswelt erfolgreich zu sein. Dennoch muss auch in den Köpfen des Managements sowie der Mitarbeiter ein Umdenken stattfinden und die Unternehmenskultur an eine zunehmend mobile Wirtschaft angepasst werden. Hier braucht es Mut zur Offenheit und Kollaboration. Der Mensch ist ein Freund von Kontinuität und Routine und viele Unternehmen sind nun im Rückstand, was die Anpassung ihrer Werte und Abläufe betrifft.

Mobile Arbeit ist ein zentrales Thema für die Unternehmen. Einerseits um ein Netzwerk aus Mitarbeitern aufzubauen, die an verschiedensten Orten der Welt leben und ihre Fähigkeiten in verschiedenen Teamkonstellationen einbringen können. Andererseits gehören Home-Office Regelungen und eine flexible Arbeitszeitgestaltung zu den Grundanforderungen der neuen Generation von Mitarbeitern.

Mobile Endgeräte sind nicht nur in unserem privaten, sondern auch in unserem beruflichen Alltag fest verwurzelt. "Open Economy Trends" wie die zunehmende Anzahl freier Mitarbeiter und die stärkere Einbettung von Start-Ups in Unternehmen erfordern einen hohen Grad an Flexibilität - von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern. Damit einher geht auch ein höheres Maß an Eigenverantwortung und Selbstorganisation für weite Teile der Beschäftigten, die nur durch flache Hierarchien und mit genau definierten Befugnissen und Vorgaben gelingen kann. Hier ist es wichtig, dass auch die Leadership-Teams hinter dem Wandel stehen und ihre Teams während des Prozesses eng begleiten.

Kurzum es geht darum die Menschen einzubinden und auf deren Bedürfnisse und auch deren Ängste einzugehen und alle Mitarbeiter zu integrieren. Das ist die nächste Stufe mit der wir uns im Kontext digitaler Arbeitsplatz auseinandersetzen müssen.

3. Must have: Das mobile Gerät ist der digitale Arbeitsplatz

Eine zuverlässige Technologie, die zudem für jeden intuitiv nutzbar ist, unterstützt den Wandel und ist zugleich Voraussetzung für die digitale Arbeitswelt. Damit einhergehend sind sichere Plattformen für mobile Geräte zwingend, um Arbeitnehmern bzw. externen Mitarbeitern die Freiheit zu geben, von überall zu jeder Zeit zu arbeiten.

Aus der Sicht von Entscheidern werden sich langfristig vor allem mobile und sichere Endgeräte durchsetzen. Heute schon gehört der Crisp-Studie zufolge das Smartphone bei 71 Prozent der Unternehmen zum Standard und wird auch in Zukunft bei 78 Prozent das Endgerät der Wahl sein. Auch das Tablet wird laut 46 Prozent der Entscheider für den digitalen Arbeitsplatz elementar sein. Zudem wird das Notebook für 72 Prozent der Unternehmen als High-Performance-Device überleben.

Allerdings glaubt knapp die Hälfte auch, dass der PC durch mobile Endgeräte, wie beispielsweise einem Smartphone oder Tablet, abgelöst werden kann - getreu dem Motto: Mit leichtem Gepäck reist es sich besser. Oder zumindest flexibler. Bei all der Ausstattung ist es jedoch wichtig, dass die Technik funktioniert, wie man es von "Zuhause" gewohnt ist. Zudem soll sie intuitiv zu bedienen und einfach zu verwalten sein. Nur so integriert man alle Mitarbeiter: Vom Berufseinsteiger bis zum langjährigen Mitarbeiter kurz vor seiner Rente. Mit einer mehrschichtigen Sicherheitslösung für mobile Endgeräte ist der mobile Arbeitsplatz zudem gut geschützt und es steht einer privaten Nutzung nichts mehr im Weg. Ganz gleich, ob man auf persönliche Fotos oder geschäftliche Daten aus der Ferne zugreifen will.

Die Umsetzung von digitalen Arbeitsplätzen wird nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein, sondern sukzessive voranschreiten. Mein Tipp an alle Unternehmen ist: Versuchen Sie möglichst die Mitarbeiter in die Ausgestaltung Ihres New-Work-Konzeptes miteinzubeziehen. Definieren Sie den "Digital Workstyle" wie er zu Ihrem Unternehmen passt und seien Sie offen für neue Technologien. Erst in der Kombination aus Organisation, Leadership und Kultur sowie der technologischen Ausstattung können die spannenden Projekte realisiert - und damit einhergehend Geschäftsprozesse und -modelle digitalisiert sowie modernisiert werden.