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EDS und IBM buhlen um Mega-Outsourcing-Deals

14.05.2002
Die US-Firmen Procter & Gamble (P&G) und J. P. Morgan Chase & Co. haben Milliarden Dollar schwere IT-Outsourcing-Aufträge zu vergeben, für die sich unter anderem Electronic Data Systems EDS und IBM mächtig ins Zeug legen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Firmen Procter & Gamble (P&G) und J. P. Morgan Chase & Co. haben Milliarden Dollar schwere IT-Outsourcing-Aufträge zu vergeben, für die sich mehrere Firmen, darunter Electronic Data Systems (EDS) und IBM, mächtig ins Zeug legen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" befinden sich im Falle von P&G nun noch EDS und Affiliated Computer Services (ASC) in der engeren Wahl. Der Verbrauchsgüterkonzern erwägt nach Angaben eines Unternehmenssprechers, gewisse Back-office-Aktivitäten vor allem im Finanz-, Buchhaltungs- und Personalwesen auszulagern. Eingeweihten Kreisen zufolge könnte es sich um einen Auftragswert von acht bis zehn Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von über zehn Jahren handeln. Sollte die kleine, aber schnell wachsende Outsourcing-Firma ACS aus Dallas

den Zuschlag bekommen, halten es einige Beobachter für möglich, dass P&G im Gegenzug eine Beteiligung an dem Unternehmen verlangt. "Es gibt keinen Grund, sich für einen kleineren Anbieter zu entscheiden. Es sei denn, man bekommt eine Unternehmensbeteiligung dafür", erklärte ein Insider. In seinem letzten Geschäftsquartal, das am 31. März endete, verbuchte ACS einen Umsatz von 800,7 Millionen Dollar; EDS kam im gleichen Zeitraum auf Einnahmen von 5,3 Milliarden Dollar.

EDS bewirbt sich dem "Wall Street Journal" zufolge auch um einen Outsourcing-Deal von J. P. Morgan, an dem zudem IBM interessiert sein soll. Die Investment-Gesellschaft will bis zu 50 Prozent ihrer IT-Aktivitäten an einen externen Dienstleister auslagern. Insider schätzen das Auftragsvolumen auf sieben bis zehn Milliarden Dollar. Die Laufzeit soll auch hier bis zu zehn Jahre betragen. Bis zum Jahresende will J. P. Morgan seine Entscheidung bekannt geben. Ein Firmensprecher bestätigte, dass IBM und EDS unter den Finalisten sind.

Sowohl Big Blue als auch EDS kämen die Outsourcing-Aufträge sehr gelegen. IBMs neuer Chief Executive Officer (CEO) Samuel Palmisano hatte erst vor kurzem die anhaltende IT-Investitionsmüdigkeit der Unternehmen beklagt und vor weiterhin schwierigen Zeiten gewarnt (Computerwoche online berichtete). Zudem sind unlängst Gerüchte über mögliche Massenentlassungen bei Big Blue aufgekommen. Auch der texanische IT-Dienstleister EDS benötigt zumindest einen der Deals, um seine Geschäftsziele in diesem Jahr zu erreichen. (ka)