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EDS trotz weniger Gewinn optimistisch

25.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) hat in seinem dritten Fiskalquartal zwar 24 Prozent weniger netto verdient als im Vorjahresquartal, übertraf mit seinem operativen Ergebnis jedoch die Vorjahreszahlen um 20 Prozent und die Erwartungen der Analysten um ein Cent. Ohne Berücksichtigung von Akquisitions-bedingten Kosten in Höhe von 122 Millionen Dollar meldete das US-Unternehmen ein Plus von 334 Millionen Dollar oder 69 Cent je Aktie. Der Nettoprofit sank von 279 Millionen Dollar oder 59 Cent pro Anteilschein im dritten Geschäftsquartal des Vorjahres auf 212 Millionen Dollar oder 44 Cent je Aktie.

Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 5,56 Milliarden Dollar zu. Bis auf die Beratungssparte A.T. Kearney konnten alle Geschäftsbereiche von EDS konnten Zuwächse verzeichnen. Ohne Berücksichtigung der Aufträge von General Motors, dem größten EDS-Kunden, stiegen die Einnahmen um 22 Prozent. Der Wert der im abgelaufenen Berichtszeitraum unterzeichneten Neukundenverträge belief sich auf 6,8 Milliarden Dollar. Im vergleichbaren Vorjahresquartal betrug diese Kennzahl nur 6,2 Milliarden Dollar.

Für die letzten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres gab sich Firmenchef Richard Brown zuversichtlich, den von den Analysten prognostizierten operativen Gewinn von 78 Cent je Aktie zu erreichen. Auch das von der Wallstreet erwartete Plus von 3,03 Dollar je Aktie für das Geschäftsjahr 2002 hält er zum jetzigen Standpunkt für realisierbar. Anders als derzeit in anderen Bilanzveröffentlichungen zu lesen, konnte EDS aufgrund der US-Terroranschläge am 11. September keine Umsatzeinbußen ausmachen. Vielmehr habe man Aufträge für neue Softwaresicherheitslösungen gerade im Bereich Flugreservierung erhalten.

In Bezug auf künftige Akquisitionen gab sich Brown zurückhaltender als sonst: "Wir machen derzeit eine Pause". Seit März 2001 hat EDS vier Übernahmen abgewickelt, darunter den Kauf von Structural Dynamics Research sowie die Akquisition der restlichen Anteile an Unigraphics Solutions, die sich noch nicht im Besitz der Texaner befanden.

Die Anleger reagierten bislang kaum auf die nachbörslich veröffentlichten Zahlen: Das EDS-Papier legte am gestrigen Mittwoch nach Handelsschluss lediglich um 0,24 Prozent auf 62,15 Dollar zu.