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EDS ist bei Procter & Gamble aus dem Rennen

08.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Noch Mitte September sah alles danach aus, als würde EDS 80 Prozent Prozent der Backoffice-IT von Procter & Gamble übernehmen und damit einen der größten Outsourcing-Deals der Geschichte abschließen. Die Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen wurden nun offiziell beendet, was die Aktie des Dienstleisters an der NYSE gestern zum Fixing um elf Prozent auf 14,87 Dollar in den Keller schickte.

EDS hatte am 18. September eine drastische Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht und wurde daraufhin an der Börse regelrecht nach unten durchgereicht (Computerwoche online berichtete). Dies hatte Procter & Gamble offenbar bewogen, das geplante Geschäft neu zu überdenken. "Nach der Gewinnwarnung im September haben wir eine Pause eingelegt und eine zusätzliche Einschätzung des gesamten Markts vorgenommen", erklärte Konzernsprecher Damon Jones. Seine Kollegin Linda Ulrey ergänzte, P & G habe seine Outsourcing-Strategie geändert und werde nun nicht mehr an einen einzigen, sondern stattdessen an mehrere kleinere Best-in-Class-Anbieter auslagern.

Offiziell noch im Rennen ist EDS bei der Ausschreibung um das Outsourcing von J.P. Morgan Chase, das nach Einschätzung von Experten ein ähnliches Volumen haben dürfte wie das von Procter & Gamble. Allerdings sehen sich die Texaner hier mit IBM Global Services mit einem erheblich ernst zu nehmenderen Mitbieter konfrontiert. Eine Entscheidung über diesen Großabschluss erwarten Branchenkenner noch vor Ende des Jahres. (tc)