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EDS gibt sich eine neue Struktur

08.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) verändert seine Strukturen, um nicht nur im Outsourcing, sondern auch im umkämpften Markt für IT-Services gerüstet zu sein. Dazu werden die Abteilungen “Information Solutions”, "E Solutions” und “Business Process Management” aufgelöst und in zwei internen Organisationen zusammengefasst. Diese nennen sich ab Mitte April “Operations Solutions” sowie “Solutions Consulting”. Nach Angaben von EDS-Sprecher Jeff Baum müssen die Kunden keine Unterbrechungen oder Probleme im Zusammenhang mit der Restrukturierung befürchten.

In der Abteilung “Operations Solutions” fasst EDS sein traditionelles Outsourcing-Geschäft und das Business-Process-Management zusammen, das durch CRM-Funktionen wie etwa Call-Center angereichert wird. Chef der 85.000 Mitarbeiter wird Doug Frederick. Die Division “Solutions Consulting” mit rund 40.000 Beschäftigten unter Leitung von Paulett Eberhart integriert das IT-Consulting mit der Systementwicklung und der Implementierung. Hinzu kommt die Sparte der Anwendungsentwicklung. Beide Bereichsleiter berichten direkt an den Chairman und CEO von EDS, Dick Brown. Die Abteilung “Product Lifecycle Management” sowie die Management-Beratung A. T. Kearney werden weiterhin unabhängig geführt. Insgesamt beschäftigt EDS etwa 143.000 Mitarbeiter; Entlassungen soll es nicht geben. Erste Analystenkommentare bezeichneten Frederick als Gewinner der Umstrukturierung und stuften ihn als Thronfolger von Brown ein.

Von dem Schritt erwarten sich die Texaner eine bessere Ausrichtung ihrer Kompetenzfelder und die Chance, der krisengeschüttelten Konkurrenz Marktanteile abjagen zu können: “Momentan wünschen viele Kunden kein Consulting mehr von ihren Wirtschaftsprüfern”, so Konzernsprecher Baum. Diese Firmen sollen nun verstärkt angegangen werden. Die Big-Five-Konkurrenten von EDS, insbesondere Arthur Andersen, stecken nicht zuletzt seit der Enron-Pleite in Schwierigkeiten. Schon länger war der Interessenkonflikt bei Unternehmen kritisiert worden, die neben dem Consulting auch Accounting-Services anbieten. (ajf)