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ECTA: Kaum Wettbewerb auf der "letzten Meile"

11.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz des seit einem Jahr bestehenden Gesetzes zur Öffnung der "letzten Meile" verzeichnet der Wettbewerb in Europas Ortsnetzen kaum Fortschritte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der European Competitive Telecommunications Association (ECTA). Diese belegt, dass die ehemaligen (Staats-)Monopolisten bislang weniger als 0,01 Prozent der Teilnehmer-Ortsanschlüsse an die Konkurrenz verloren haben. Den größten Nachholbedarf hat Großbritannien: Von den insgesamt 29 Millionen Anschlüssen der British Telecom befinden sich laut Untersuchung nur 164 in den Händen der Konkurrenz. Nachdem der Carrier letzte Woche angekündigt hat, die Preise für High-Speed-Internet-Anschlüsse drastisch zu senken, rechnet die ECTA auch in Zukunft kaum mit Wettbewerb. Die Zahl der Unternehmen, die mit BT um Ortsnetzanschlüsse konkurrieren, ist in den vergangenen Jahren von 40 auf drei Firmen

geschrumpft. Starken Nachholbedarf sieht die Vereinigung außerdem in Frankreich und Spanien. Dort verfügt die Konkurrenz nur über einen Zugriff auf 400 beziehungsweise zehn Leitungen. Die größten Vorschritte bei der Öffnung des Local Loop" machen laut ECTA dagegen Deutschland mit 623 000 Anschlüssen sowie Dänemark mit 40 000 Leitungen im Besitz der Konkurrenz.

John Dickie, Vorsitzender für Regulierungsangelegenheiten bei der ECTA, forderte die Politiker auf, den Wettbewerbern ohne hohen Kostenaufwand den Zugang zum Ortsnetz zu ermöglichen. (mb)