Index 2014

ECM- und DMS-User wollen sich 2015 um die Prozesse kümmern

18.12.2014
Unternehmen investieren 2015 mehr in Enterprise Content Management (ECM), bleiben dabei aber noch weitgehend auf Distanz zu Cloud-basierten Lösungen. Dafür steigt der Bedarf an der mobilen Nutzung der Anwendungen und einer intensivierten Prozessgestaltung.

In vielen Unternehmen macht sich die Erkenntnis breit, dass sie mehr in die Digitalisierung investieren müssen. Hintergrund ist die noch große Diskrepanz zwischen den strategischen Zielen und dem bisher erreichten Digitalisierungsgrad bei dokumentenbasierten Geschäftsprozessen. Darauf deuten die Ergebnisse einer Untersuchung hin, in deren Rahmen die Stimmung in über 300 IT-Abteilungen ermittelt wurde. Zu zehn Kriterien konnten anhand einer Bewertungsskala von 0 (nicht relevant) bis 10 (sehr relevant) Einschätzungen abgegeben werden. Auf Basis der Einzelergebnisse wurde der von der d.velop AG umgesetzte "DMS/ECM-Index 2014" ermittelt.

Der ECM- und DMS-Stimmungsindex zeigt: Cloud Computing hat es bei diesen Anwendern schwer, Mobile- und BPM-Initiativen sind indes willkommen.
Der ECM- und DMS-Stimmungsindex zeigt: Cloud Computing hat es bei diesen Anwendern schwer, Mobile- und BPM-Initiativen sind indes willkommen.

Mit durchschnittlich 61,43 Punkten liegt der Index deutlich unterhalb des Maximalwerts von 100, doch die Veränderungsdynamik ist spürbar. So wird die Frage, ob die Anforderungen an ein DMS/ECM-System in den nächsten 12 Monaten steigen werden, von vielen Teilehmern mit Ja beantwortet. Gleichzeitig wird die diesbezügliche Budgetentwicklung von den Unternehmen positiv eingeschätzt und erreicht einen Wert von 6,88. Gegenüber den Angaben zur aktuellen Budget-Situation liegt die Steigerung bei 0,7 Punkten. Es werden 2015 also mehr Gelder für ECM- und DMS-initiativen bereitgestellt.

"Es wird stärker digital gedacht"

"Frühere Absichtserklärungen wandeln sich in konkrete Realisierungsmaßnahmen", sagt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink. Aus seiner Sicht profitiert der DMS/ECM-Markt davon, dass in den Unternehmen stärker digital gedacht wird. "In der Unternehmensorganisation, der Produktentwicklung oder der Marktkommunikation findet man fast keine Abteilung mehr, die keine digitalen Komponenten nutzt. Da liegt es nahe, auch eine Digitalisierung von papierbasierten Informationen zu forcieren."

Zum generellen Nutzen der verfügbaren ECM- und DMS-Lösungen geben die Unternehmen ein positives Urteil ab, ebenso zu den von ihnen selbst eingesetzten Systemen. Auffällig ist allerdings, dass Cloud-Varianten noch auf wenig Zuspruch treffen. Ihr Stellenwert wird weder aktuell noch für die nahe Zukunft als sonderlich hoch erachtet, auch wenn mit Blick auf die Planungen für die nächsten 12 Monate das Interesse daran laut den Index-Ergebnissen leicht steigen dürfte. Damit koppeln sich die Anwender ein wenig vom allgemeinen Cloud-Trend ab.

Anders sieht die Entwicklung beim mobilen Zugriff auf die Informationen der ECM-Systeme aus. Gegenwärtig hat dieser Aspekt nur eine mittlere Relevanz, doch der Bedarf scheint kräftig zuzulegen. Immer mehr Unternehmen wollen die mobile DMS/ECM-Nutzung forcieren, was sich an der deutlichen Steigerung des entsprechenden Index-Wertes von 5,03 auf 6,01 Punkte darstellt.

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Ein noch deutlicherer Sprung ist beim Business Process Management (BPM) zu erwarten. Hier steigt der betreffende Index sogar um 1,36 Punkte auf den Wert 6,04. Für Dönnebrink stellt die wachsende BPM-Ausrichtung eine logische Konsequenz der Digitalisierung dokumentenbasierter Abläufe dar. "Der zunehmende Durchdringungsgrad von ECM macht eine stärkere Fokussierung auf die eigentliche Prozessgestaltung notwendig", betont er. Das erzeuge zusätzliche betriebswirtschaftliche Nutzeneffekte. (hv)